Altmerdingsen feierte Rückkehr der alten Schuluhr

Hans-Helmut Knoche (li.) und „Restaurator“ Reinhard Degotschin (re.) stiegen hoch auf die Leiter, um die wieder aufgefundene Altmerdingser Schuluhr in Zeigerstellung „10 nach 10“ am Giebel zu befestigen. (Foto: Georg Bosse)

Für die verschollene Dorfschuluhr hatte es „fünf vor 12“ geschlagen

ALTMERDINGSEN (gb). Am vergangenen Samstag haben rund 30 Bürgerinnen und Bürger der Uetzer Ortschaft Altmerdingsen ihr erstes „Uhrenfest“ gefeiert. Anlass war die Rückkehr der Zeiger und des Ziffernblattes der alten Schuluhr, die einst die Altmerdingser Dorfschule zierte und die nach Umbaumaßnahmen jahrelang als verschollen galt.
Gertrud Niemann, Ortsbürgermeisterin von Altmerdingsen/Krätze, erklärte in einer kurzen Ansprach, dass die Schuluhr 1932 von Georg Niemann gestiftet worden war. „Als die Dorfschule geschlossen wurde und die Kinder nach Hänigsen zum Unterricht mussten, wurde die Uhr beim Rückbau des Glockenturmes beschädigt und ging dann irgendwie verloren“, so Gertrud Niemann. Eine gewisse Zeit lang ging als Folge das Gerücht um, dass die ehemalige Altmerdingser Schuluhr in der Burgdorfer Altstadt-Gaststätte „Brandente“ gesehen worden sei. Sie blieb jedoch vorerst verschwunden.
Intensive Nachforschungen führten die Eheleute Edeltraud und Fred Rißland zum Uhrmacher Klaus Thees in den Celler Stadtteil Altenhagen. Wie sich bald herausstellte, war es bereits „fünf vor 12“, als es zur Kontaktaufnahme kam. Den stark beschädigten Zeigern und dem ramponierten Zifferblatt sollte in Kürze die Verschrottung bevorstehen. Aber die Familie Thees schenkte den Rißlands die rudimentären Überbleibsel, mit denen sie anschließend die Rückfahrt nach Altmerdingsen antreten konnten.
Mit „viel Liebe“, so Gertrud Niemann, wurden die Teile von Fred Rißland und Reinhard Degotschin restauriert und dabei auch die goldbronzenen Farben der Zeiger und Ziffern wieder zum Vorschein gebracht. Nun war es an dem ehemaligen Ortsbrandmeister von Altmerdingsen/Krätze, Hans-Helmut Knoche sowie Reinhard Degotschin, die „nur“ teilweise wiederhergestellte Schuluhr hoch am Giebel des Gebäudes im „Kreuzweg“ zu befestigen. Denn das Uhrwerk war unauffindbar geblieben. Jetzt glänzt die zurückgekehrte Altmerdingser Schuluhr in Zeigerstellung „10 nach 10“ in der Sonne und wird dem Dorf künftig eine „ganz eigene Zeitmessung“ gewähren. Die kleine Odyssee der Altmerdingser Schuluhr ist eine tolle Geschichte mit Happy End, die allemal das „Uhrenfest“ wert war.