Rat erhöht Budget für Sanierung

Das Haus an der Mittelstraße 2 soll saniert werden. Der Rat hat jetzt zusätzliches Geld bereitgestellt.
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Uetze/Hänigsen (fh). Damit Kunstspirale und Dorftreff das Gebäude an der Mittelstraße 2 in Hänigsen künftig wieder nutzen können, ist eine umfangreiche Sanierung erforderlich. Bisher hatte die Verwaltung mit Investitionen von 2,28 Millionen Euro gerechnet – jetzt hat sich das Budget auf 2,65 Millionen Euro erhöht. Die Uetzer Kommunalpolitiker haben sich bei der jüngsten Ratssitzung trotz der gestiegenen Kosten mehrheitlich hinter das Vorhaben gestellt und das fehlende Geld über den Nachtragshaushalt bereitgestellt. Einen Teil wird die Gemeinde zurückbekommen: Denn über die Leader-­Region erhält sie EU-Fördermittel in Höhe von 250.000 Euro und das Land Niedersachsen steuert 500.000 Euro bei.
Die Vertreter von Grünen, Linken und Freien Wählern stimmten gegen die zusätzlichen Investitionen. „Das Projekt ist im Laufe der Planung immer teurer geworden. Seit den ersten Überlegungen haben sich die Kosten verdoppelt“, kritisierte Linken-Ratsherr Rainer Hübert und fügte hinzu: „Auch weitere Kostensteigerungen sind nicht ausgeschlossen. Das ist ein Fass ohne Boden.“ Ganz ähnlich argumentierte Oliver Wempe von den Freien Wählern. „Wir haben in den nächsten Jahren eine ganze Menge an Pflichtaufgaben vor der Brust, beispielsweise die Sanierung der Grundschule Uetze. Deshalb müssen wir uns bei den freiwilligen Leistungen beschneiden“, sagte er.
Hübert betonte, dass die Arbeit von Kunstspirale und Dorftreff nicht zwingend an das Gebäude an der Mittelstraße gebunden sei. „Jetzt ist vielleicht der letzte Zeitpunkt, wo wir das ganze noch mit erträglichen Verlusten abbrechen können. Wir sollten noch mal untersuchen, ob es nicht günstiger wäre, neu zu bauen oder passende Räume anzumieten“, forderte er.
Die Mehrheitsgruppe aus SPD und CDU verteidigte das Projekt hingegen. „Die Kostensteigerung schmerzt und wir stimmen nicht ganz leichten Herzens zu. Aber es geht hier um eine Einrichtung, die schon besteht und mit Leben gefüllt ist. Das verdient unsere Unterstützung“, so der SPD-Fraktionsvorsitzende Ernstfried Langer.
Dem pflichtete der CDU-Fraktionsvorsitzende Dirk Rentz bei: „In dem Haus an der Mittelstraße 2 ist viel ehrenamtliches Engagement entstanden, das wir nicht missen wollen“, betonte er. Außerdem seien dort zusätzlich zur Kunstspirale und zum Dorftreff auch die Zweigstelle der Gemeindebücherei und die Verwaltungsnebenstelle untergebracht, die ebenfalls Bestand haben sollten. „All das wiegt für uns schwerer als die Kosten“, resümierte Rentz.
Mit dem Beschluss hat die Gemeindeverwaltung jetzt grünes Licht, um die Planung fortzusetzen und die ersten Handwerksleistungen auszuschreiben. Bereits im Februar hatte sie den Bauantrag bei der Region Hannover eingereicht und Anfang Mai die Baugenehmigung erhalten. Als Mitte August die Ausführungsplanung der Architekten und Fachplaner abgeschlossen war, stand aber fest, dass das bisher veranschlagte Investitionsvolumen aufgrund der massiven Baupreissteigerungen nicht ausreichen würde. Deshalb konnte die Gemeinde nicht wie geplant die Ausschreibungen auf den Weg bringen.
Die Gesamtsumme hat sich um rund 200.000 Euro auf 2,48 Millionen Euro erhöht. Weil weiterhin mit Lieferengpässen und Preissteigerungen zu rechnen sei, hat die Gemeinde zusätzlich einen Risikozuschlag angesetzt, wodurch sich die neue Gesamtsumme von 2,65 Millionen Euro ergibt. Ob das am Ende tatsächlich ausreicht, sei derzeit allerdings nicht absehbar.
Es zeichnet sich bereits ab, dass die Baumaßnahme nicht wie geplant bis Mai 2023 abgeschlossen werden kann. Das liegt einerseits daran, dass die Gemeinde erst nach dem jüngsten Ratsbeschluss mit den Ausschreibungen beginnen kann und mit einem Baubeginn nun frühestens im kommenden April zu rechnen ist. Außerdem sei die Lage in der Bauwirtschaft weiterhin angespannt: Angesichts voller Auftragsbücher gestalte es sich in einigen Fällen schwierig, überhaupt geeignete Handwerksbetriebe zu finden und das benötigte Material zu bekommen. Aber auch in der Verwaltung selbst sind die personellen Ressourcen knapp, da zwei Mitarbeiter des technischen Gebäudemanagements zum Jahreswechsel gekündigt haben.

Autor:

Franka Haak aus Burgdorf

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