Zwei Zimmerbrände halten Sehnder Feuerwehren in Atem

Beim Eintreffen schlugen der Feuerwehr bereits Flammen aus der Seitenfront des Einfamilienhauses entgegen. (Foto: StFfw Se/Tim Herrmann)
 
Bewährt: Das neue Tragspritzenfahrzeug mit Wassertank der Ortsfeuerwehr Wassel lieferte in Sekunden das Wasser für den Löschangriff von außen. (Foto: StFfw Se /Tim Herrmann)

Betroffene handeln vorbildlich – Neues Feuerwehrfahrzeug bewährt sich

SEHNDE/WASSEL/ILTEN (r/kl). Ein Zimmerbrand in einem Einfamilienhaus in Wassel und ein Entstehungsbrand in einem Patientenzimmer einer Pflegestation am Standort Ilten des Klinikums Wahrendorff haben die Sehnder Feuerwehren in Atem gehalten. Durch das vorbildliche Verhalten von Betroffenen und Klinikpersonal kam niemand ernsthaft zu Schaden.
Am Freitagabend gegen 18.00 Uhr kam es an der Straße Eschenhof im Sehnder Ortsteil Wassel (Sehnde) zu einem Zimmerbrand in einem Einfamilienhaus. Bisherigen Ermittlungen der Polizei zufolge hatte sich der 19-jährige Sohn der
Hauseigentümer alleine im Erdgeschoß des Hauses aufgehalten, als er plötzlich einen Knall aus dem Obergeschoss wahrnahm.
Bei einer Nachschau stellte er fest, dass im Arbeitszimmer in der ersten Etage
offensichtlich ein Brand ausgebrochen war. Der junge Mann verließ sofort das Haus und verständigte die Rettungskräfte.
Die Feuerwehr ging mit mehreren Trupps unter Atemschutzgeräten mit zwei C-Rohren zur Brandbekämpfung vor. Der Treppenraum war zu diesem Zeitpunkt bereits stark verraucht. An der Seitenfront des Einfamilienhauses schlugen die Flammen aus dem Fenster und es drohte ein Feuerübersprung auf den Dachbereich. Unterstützt wurde der Innen-Löschangriff durch ein Strahlrohr im Außenbereich.
Eine tragende Rolle spielte auch das erst kürzlich neue Tragspritzenfahrzeug mit Wassertank der Ortsfeuerwehr Wassel. Innerhalb von Sekunden hatten die Kräfte außerhalb des Gebäudes Wasser, um den Feuerübersprung zuverhindern. Die Atemschutzträger konnten nach Eintreffen sofort mit einem Innenangriff beginnen, da sie sich auf der Einsatzfahrt bereits mit Atemschutz ausrüstet hatten.
Das komplette Haus musste mit einem Hochdrucklüfter systematisch entraucht werden. Durch die sehr starke Rauchentwicklung ist das gesamte Haus so stark in Mitleidenschaft gezogen worden, dass es vorübergehend nicht mehr bewohnbar ist. Mithilfe einer Wärmebildkamera wurde das Haus noch einmal kontrolliert. Zum Zeitpunkt des Brandausbruchs befand sich eine Person in dem Haus.
Der 19-Jährige blieb unverletzt. Das Arbeitszimmer wurde aber fast vollständig zerstört. Nach Schätzungen der Polizei ist ein Schaden von etwa 15.000 Euro
entstanden. Brandermittler haben am Montag den Brandort untersucht und gehen von einem technischen Defekt an einer Steckdose als Brandursache aus.
Durch das beherzte Eingreifen der Pflegekräfte entstand bei einem Entstehungsbrand in einer psychiatrischen Klinik in der Rudolf-Wahrendorff-Straße im Ortsteil Ilten nur geringer Sachschaden.
Gegen 19.57 Uhr war der Brand gemeldet worden. Aus bislang ungeklärter Ursache war ein Duschvorhang und daneben befindliche Kleidungsstücke in einem Waschraum im Obergeschoss in Brand geraten. Bei Eintreffen der ersten Einsatzkräfte stellte sich heraus, dass das Feuer bereits von Mitarbeitern der Pflegestation mithilfe eines Feuerlöschers gelöscht worden war.
„Die gesamte Station war unverzüglich durch das Pflegepersonal vorbildlich evakuiert worden. Vorsorglich wurden vom Rettungsdienst sechs Personen behandelt. Alle Personen wurden ambulant vor Ort behandelt,“ lobt Tim Herrmann, Pressesprecher der Stadtfeuerwehr Sehnde.
Das betroffene Zimmer wurde mit einem Hochdrucklüfter rauchfrei gemacht. Weitere Maßnahmen der Feuerwehr waren nicht notwendig. Insgesamt waren 35 Einsatzkräfte aus den Ortsfeuerwehren Ilten, Bilm, Sehnde und Höver sowie der Rettungsdienst mit zwei Rettungswagen und ein Notarzteinsatzfahrzeug vor Ort.
Um 20.30 Uhr war dieser Einsatz beendet.