Willkommene Hilfe in der Not

Einen barrierefreien Zugang zum Haus des Vereinskameraden bauten die TVEler an zwei Wochenenden in Eigenleistung. (Foto: Tobias Jungke)

TVE Sehnde unterstützt Mitglied

SEHNDE (r/gg). Eine schwere Krankheit, ein Unfall, das ungwollte Ende oder eine Pause vom aktiven Sport im Verein kann jeden überraschend und unfreiwillig treffen. Dass dies nicht das Ende des aktiven Lebens im Verein bedeutet, hat die Leichtathletikabteilung des TVE Sehnde kürzlich unter Beweis gestellt. Ein Mitglied verunglückte im vergangenen Jahr schwer und ist seitdem dauerhaft an das Leben im Rollstuhl gebunden. Aufwendigere bauliche Maßnahmen am Haus waren nun nötig gewesen. „Als wir im vergangenen Jahr von dem Unfall erfuhren, waren wir im ersten Moment alle sehr schokiert. Wir haben uns dann die Frage gestellt, wie können wir effektiv Thomas Döring unterstützen. Als dann klar wurde dass es einige bauliche Veränderungen am Haus geben musste, war die ganze Gruppe sofort dabei“, berichtet Jörg Wöbbekind, einer der Initiatoren der Aktion.
Jeweils eine Stufe verhinderte den barrierefreien Ein- und Ausstieg im eigenen Haus. Sowohl im Eingangsbereich als auch zur Terrasse bedurfte es daher einer provisorischen Rampe. „Für Umbaumaßnahmen im Haus selber kommt im Regelfall die Krankenkasse auf. Generell muss man sagen ist die finanzielle Unterstützung da schon sehr gut“, erklärt der Betroffene, Thomas Döring. „Allerdings gibt es für äußerliche Maßnahmen leider keinerlei Zuschuss. Umso mehr habe ich mich über die überwältigende Hilfe meiner Freunde aus dem Verein gefreut“.
An zwei auf einander folgenden Wochenenden wurde also Erdreich bewegt, aufgeschüttet, angepasst, ausgelotet und gepflastert. Das Ergebnis kann sich sehen lassen: „Die neue Einfahrt und der barrierefreie Zugang zum Haus sehen hervorragend aus. Wir hatten einige Jungs dabei, die sich mit sowas sehr gut auskennen. Das hat sich quasi von allein organisiert. Darüber bin ich allen unendlich dankbar“, so Thomas Döring. Die gemeinsame Arbeit hatte aber auch ganz andere Effekte: „Auch wenn der Anlass vielleicht kein ganz schöner war, hat es doch auch sehr viel Spaß gemacht mit allen zusammen. Hier hat eigentlich jeder angepackt. Sowas stärkt am Ende den Zusammenhalt und ist doch eigentlich das, worauf es in einem Verein wirklich ankommt“, bewertet Jörg Wöbbekind den Einsatz. Eines steht für Thomas Döring allerdings bereits fest: Das Sportabzeichen will er in diesem Jahr erst recht machen. „Da gibt es für Behinderungen spezielle Anforderungen. Nur weil ich nun im Rollstuhl sitze, ist das für mich kein Grund keinen Sport mehr zu machen. Das lasse ich mir auf keinen Fall nehmen“.
Für alle Interessierten bietet der TVE Sehnde in diesem Jahr am Sonntag, 16. Juni, einen Sportabzeichentag auf dem Sportplatz am Trendelkamp an. In Kooperation mit dem Waldbad wird es sogar möglich sein, an nur einem Tag alles Disziplinen für das Sportabzeichen werten zu lassen. Dort wird man auch mit Sicherheit Thomas Döring wieder antreffen - so der Bericht von Tobias Jungke vom TVE. Weitere Informationen zum Event gibt es beim TVE Sehnde.