Transport des Salzwassers

K+S wird ab 2023 den Mittellandkanal nutzen

Sehnde (r/gg). Wenn im Laufe des Jahres 2021 die Flutung des Bergwerkes Bergmannssegen-Hugo beendet wird, werden auch die Salzwassertransporte per Bahn zur ehemaligen Werksanlage Friedrichshall zunächst enden. Allerdings soll die vorhandene Bahn-Entladeanlage ab 2023 wieder genutzt werden, um dort Mengen, die die Transportkapazität der Verbindung Wunstorf – Bokeloh übersteigen, auf Binnenschiffe umzuschlagen. Dies ist im Logistikkonzept von K+S geplant, nach dem Salzwässer zur Flutung des Bergwerkes Sigmundshall teilweise auf dem Mittellandkanal nach Kolenfeld transportiert werden sollen. In jedem Fall aber werden die Grundmengen für die Flutung mit Regelzügen ab Mitte diesen Jahres direkt aus Hessen zum Schacht Sigmundshall in Wunstorf gebracht werden. Die zusätzlichen Transporte sind abhängig vom Niederschlag und der Wasserführung der Werra im Bereich der hessischen Kaliwerke und müssen deshalb nicht ganzjährig stattfinden.
Für dieses Konzept hat sich K+S nach umfangreichen Vorplanungen entschieden, bei denen auch die standortspezifischen Fragen eine bedeutende Rolle gespielt haben. Die Entscheidung für die Binnenschiff-Variante ist letzten Endes deshalb getroffen worden, weil sie mit vergleichsweise geringen Beeinträchtigungen ermöglicht, Spitzenlasten des Salzwasseraufkommens mit Bahn und Schiff anstatt LKW zu transportieren und sie zur Flutung des Bergwerks Sigmundshall zu verwenden.
Da der hiesige Standort Friedrichshall bereits während der Flutung des dortigen Bergwerkes in Anspruch genommen wurde, sollen während der Transportphasen die Verkehrszeiten und Zugbewegungen begrenzt werden. Vorgesehen ist, dass montags bis freitags zwischen 6 und 22 Uhr maximal vier Züge und samstags maximal zwei Züge bis 18 Uhr angenommen werden. Zusätzlich wird es möglich sein, in Phasen der Binnenschifftransporte das Salzwasser von der Halde Friedrichshall auf diesem Wege nach Sigmundshall und nicht per Lkw (vom Werk Bergmannssegen-Hugo aus) zum Schacht Niedersachsen nach Wathlingen zu transportieren.
Für die Aufnahme der Binnenschifftransporte muss auf dem Gelände in Sehnde von der bestehenden Entladeanlage eine Rohrleitung bis zum Liegeplatz am Mittellandkanal verlängert werden. Die umfangreicheren Vorarbeiten sind an der Entladestelle in Kolenfeld erforderlich. Dort soll eine rund vier Kilometer lange Rohrleitung vom Gelände der Agravis bis zum Schacht Kolenfeld überwiegend im Bohrverfahren verlegt werden. Die weiteren Planungen für den Bau, die Einholung der erforderlichen Genehmigungen und der Abschluss notwendiger Verträge werden jetzt aufgenommen. Der Betriebsbeginn der Anlage soll Mitte 2023 sein.