Transport aus Poznan angekommen

Ankunft des DÜWAG in Wehmingen. (Foto: Bodo Krüger)

Straßenbahn-Museum präsentiert "echten DÜWAG"

Wehmingen (r/gg). Im Februar fiel ein Baum, der durch Sturmtief „Sabine“ entwurzelt wurde, auf die Gleise des Hannoverschen Straßenbahn-Museums. Leider zerstörte er neben einem großen Teil der Oberleitung auch ein hier für die museale Präsentation der Straßenbahngeschichte sehr wichtiges Fahrzeug. Dabei handelt es sich um den im Jahre 1957 bei der Düsseldorfer Waggonfabrik (DÜWAG) gebauten und bis 1995 in Düsseldorf eingesetzten Gelenkwagen 2304. "Nach dessen Übernahme durch das Hannoversche Straßenbahn-Museum war dieser Wagen bis zu seiner Zerstörung nicht nur regelmäßig im Besucherverkehr eingesetzt, sondern er wurde auch bei nahezu jeder der beliebten Tramparaden als der wohl dominanteste Vertreter deutscher Straßenbahnherstellung nach dem Krieg gewürdigt", berichtet Bodo Krüger vom Verein Straßenbahn-Museum.
Nachdem sich die Reparatur als wirtschaftlich undurchführbar herausgestellt habe, sei nach Ersatz gesucht worden. "Bedingung war, dass ein solcher dem zerstörten Wagen technisch weitestgehend entsprechen musste und natürlich auch in seiner Heimatstadt Düsseldorf im Einsatz war. Vor diesem Hintergrund gestaltete sich die Suche dann aufwändiger, als ursprünglich gedacht", erklärt Bodo Krüger. Fündig geworden sei man schließlich und kurioser Weise im polnischen Poznan, denn die Verkehrsbetriebe dort hatten in 2011 einigte dieser Wagen aus Düsseldorf übernommen.
Bodo Krüger Berichtet: "Um den Kauf und den Transport trotz der dem Museum durch die Corona-Krise entstandenen Einnahmeverluste stemmen zu können, wurde bei den Vereinsmitgliedern und in den sozialen Medien sofort ein Spendenaufruf gestartet. Dieser gestaltete sich derart erfolgreich, dass schließlich alle Kosten gedeckt werden konnten."
Der nunmehr im Museum eingetroffene Wagen 711 wurde 1969 bei der DÜWAG gebaut und war auch bis 2011 in Düsseldorf unterwegs, bevor er nach Poznan verkauft wurde. Bis zu seiner Aufarbeitung und Zulassung, die nunmehr zu Beginn der Saison 2021 geplant ist, kann der Wagen ab sofort im Freigelände des Museums besichtigt werden.
Am Samstag, 3., und Sonntag, 4. Oktober, öffnet das Museum seine Tore von 11 bis 17 Uhr. Als Besonderheit wird an beiden Tagen, letztmalig in diesem Jahr, die Groß-Modellanlage im Maßstab 1:22,5 (LGB) für alle Besucher geöffnet sein. Auch die beliebte Kinderbahn ist nach der Corona-Pause wieder in Betrieb und wird ihre Runden um das alte Sozialgebäude drehen. Das Team vom museumseigenen "Café Hohenfels" steht für Kunden bereit. Eintrittspreise und weiter Informationen: www.tram-museum.de.