"Tag des Kalibergbaus" zeigt dessen Geschichte in der Region Lehrte und Sehnde

Um 1910 wurden die Gebäude für die Kaliförderung auf dem ehemaligen Bergwerksschacht "Hohenfels" fertiggestellt. Auf dem einstigen Betriebsgelände befindet sich heute das Straßenbahnmuseum, das jetzt für einen "Tag des Kalibergbaus" öffnet. (Foto: Archiv/K + S AG)
Sehnde: Hannoversches Straßenbahn-Museum Wehmingen |

Sonntag ist im Tram-Museum auf "Hofenfels" Wehmingen das K+S-Maschinenhaus geöffnet

SEHNDE/WEHMINGEN (r/kl). Das Hannoversche Straßenbahn-Museum (HSM) befindet sich auf geschichtsträchtigem Areal. Von 1902 bis 1927 wurde hier Kalisalz gefördert und während des zweiten Weltkrieges diente das Gelände als Munitionsfabrik. Nach dem Kriege wurden zunächst Einheiten der Briten, später der Bundeswehr, von hier aus mit Nachschub versorgt.
Insbesondere die Anfänge, von der ersten Probebohrung bis zur Übernahme des Geländes durch die Wehrmacht, soll den Besuchern am Sonntag, 21. April, auf dem Museumsgelände in Sehnde-Wehmingen gezeigt werden. Dabei gibt es die sehr seltene Gelegenheit, einen Blick in das Maschinenhaus - und somit hinter die Kulissen eines Kalibergwerks - zu werfen.
Hier sind die Original-Fördermaschine und deren Umformer bis heute erhalten geblieben. Natürlich wird das ganze bei einer Führung auch erklärt.
Die ehemalige Betreiberfirma K+S AG öffnete für diese Veranstaltung ihr Archiv und so können im Maschinenhaus auch einige Dokumentationen über "Schacht Hohenfels" gezeigt werden. Im Museumskino läuft dazu ganztägig ein eigens für diese Veranstaltung beschaffter historischer Film, der die harte Arbeit der Kali-Bergleute eindrucksvoll zeigt.
Zusätzliche Führungen über das ansonsten gesperrte Gelände ermöglichen dem Besucher auch einen Einblick in die Zeit als Munitionsfabrik. Alle Produktions- und Lagerhallen aus dieser Zeit sind noch erhalten und so kann man sich schnell einen Eindruck verschaffen, wie eine ‚Muna’ im Dritten Reich funktioniert hat.
Um 12.00 Uhr findet die feierliche Enthüllung der Original-Teuftafel von 1897 statt. Viele Jahre galt diese als nicht mehr vorhanden und wurde erst vor kurzem durch einen glücklichen Zufall wiederentdeckt. Am Maschinenhaus angebracht, soll sie in Zukunft in besonderer Weise an die Zeit der hiesigen Kaliförderung erinnern.
Im Bereich des Hauptgebäudes erwartet den Besucher neben dem Bistro auch der beliebte Fahrsimulator. Für die jüngsten Besucher wurde gerade ein neues Spielzimmer eingerichtet, das von ihnen überraschend schnell in Besitz genommen wurde. Bei trockenem Wetter wird überdies die große Hüpfburg zur Verfügung stehen.
Der in seiner Vielfalt in Deutschland einzigartige Fahrbetrieb wartet mit einer großen Zahl originalgetreu restaurierter historischer Straßenbahnwagen vieler Nationen auf die Mitfahrer. Auch das Team vom Bistro “Café Hohenfels“ freut sich auf regen Besuch.
Der Eintritt kostet für Erwachsene 7,50 Euro (ermäßigt 6,50 Euro), für Kinder vier Euro und für Familien 20 Euro. Weitere Informationen finden Interessierte auch im Internet unter: www.tram-museum.de.