Summende Hummel gesucht

Eine Hummel findet schon in den ersten Krokusblüten Nahrung. (Foto: Nabu Kathy Büscher)

Kleine Mitmachaktion beim Nabu

Sehnde (r/gg). Zu einer kleinen Mitmachaktion lädt der Nabu-Ortsverein ein. "Wer in seinem Garten oder auf dem Balkon einen geeigneten Frühblüher als Begrüßungsgeschenk für die Ankunft der Hummelkönigin neu pflanzt, drei der häufigen Hummelarten im Laufe des Frühlings sicher bestimmen kann und folgende Frage richtig beantwortet, erhält eine Urkunde. Warum können Hummeln trotz ihrer im Verhältnis zu ihrem dicken Körper relativ kleinen Flügel dennoch fliegen? Antwort bitte an nabu-og-sehnde@gmx.de", so der Aufruf.
Der Nabu-Ortsverein möchte auf die erstaunliche Biologie aufmerksam machen: Hummeln gehören hierzulande zu den ersten Insekten, die sich im Frühjahr in die Lüfte erheben. Sie sind klug, effizient und können sich im Gegensatz zu den Honigbienen auch bei ungünstiger Witterung auf den Weg machen, weshalb sie unersetzlich für die Bestäubung vieler Pflanzen sind. Eine Königin kann bereits bei zwei Grad Celsius ausfliegen und das selbst bei Schnee und Hagel.
Hummeln sind soziale Insekten und bilden nur Sommerstaaten, das heißt nur die Königinnen überwintern. Die Altkönigin ist die Gründerin eines Hummelvolkes, dessen Entwicklung je nach Wärme und Nahrungspflanzenangebot von Anfang März bis Ende Oktober dauert. Voraussetzung zur Entwicklung eines Volkes ist, dass die Altkönigin nach dem Erwachen aus dem Winterschlaf ab Ende Februar bis Mai zunächst Nektar findet.
An Frühblühern wie Weidenkätzchen, Krokusse und Osterglocken finden Hummelköniginnen erste Nahrung in Form von Nektar und Pollen. Wer im Frühjahr eine erschöpfte Hummelkönigin entdeckt, kann ihr gefahrlos etwas Nahrung anbieten, damit das Insekt wieder auf die Beine kommt. Häufig retten Sie mit etwas Zuckerwasser (halben Teelöffel Zucker in etwas lauwarmem Wasser auflösen und dem Tier per Löffel anbieten) nicht nur ein einzelnes Tier, sondern ein ganzes Hummelvolk.
Sobald sich die Hummelköniginnen mit genügend Energie durch Aufnahme von Nektar versorgt haben, beginnen Sie geeignete Nistplätze wie Totholzhaufen oder Mäuselöcher zu suchen.
Sechs bis sieben der 41 Hummelarten in Deutschland sind noch häufig und auch in Sehnde zu beobachten. Dazu zählen Stein-, Garten- und Erdhummeln sowie Baum-, Acker- und Wiesenhummeln. Eine sehr übersichtliche Bestimmungshilfe für die häufigen Arten ist als Download unter www.aktion-hummelschutz.de verfügbar.