Stadt Sehnde spart durch effiziente Energiespartechnik

Freude über effiziente Energienutzung (v.l.): Helga Akkermann, Dr. Marco Trips, Carl Jügen Lehrke und Frank Rotter am neuen Blockheizkraftwerk in der KGS. (Foto: Annika Walter)

Von Annika Walter

SEHNDE. Die wichtigste Einzelmaßnahme des Energiespar-Contractings der Stadt Sehnde mit dem privaten Energiedienstleister WISAG ist umgesetzt: Das effizientere, mit Gas betriebene, neue Blockheizkraftwerk (BHKW) in der Kooperativen Gesamtschule (KGS) Sehnde ist nach nach gut einmonatigem Probe- nun in den Regelbetrieb gegangen. Durch die darin gleichzeitig erfolgende Produktion von Strom und Wärme spart, unterstützt durch Maßnahmen der Wärmedämmung, die Stadt allein in der KGS 93.000 Euro im Jahr.
Im März vergangenen Jahres hatte die Stadt Sehnde mit dem privaten Energiedienstleister WISAG Energiemanagement GmbH & Co. KG einen Energiespar-Garantievertrag (Energiespar-Contracting) geschlossen, in welchem sich die Firma verpflichtet, durch Investitionen in moderne und effiziente Technik und Wärmedämmung die Energiekosten in städtischen Gebäuden in den nächsten 14 Jahren um rund 130.000 Euro zu senken.
Um dies zu erreichen, hat die WISAG – wie ihr Geschäftsführer Frank Rotter berichtet – bereits rund 900.000 Euro investiert, welche allein durch die damit erzielten Einsparungen wieder ausgeglichen werden sollen.
Für die Stadt ist das Energiespar-Contracting also nicht nur kostenfrei, zehn Prozent der eingesparten Kosten kommen ab sofort auch dem Stadthaushalt zu Gute. Nach Ablauf des Vertrages erhält die Stadt die durch die Einsparung erzielten Gewinne dann in voller Höhe.
Das Energiespar-Contracting ist mit Beginn dieses Jahres in seine Garantiephase eingetreten: die WISAG Energiemanagement muss die vereinbarten Einsparungen jetzt konkret nachweisen.
Das 530.000 Euro teure Blockheizkraftwerk in der KGS ist das wichtigste einer ganzen Reihe von in den städtischen Gebäuden bereits umgesetzten Energiespar-Projekten: Wie der Fachbereichsleiter Bauen und Ordnung der Stadt Sehnde Dr. Marco Trips erläutert, sind in drei städtischen Häusern die vorhandenen durch effizientere Heizkessel mit Brennwertnutzung ersetzt worden, in fünf Gebäuden wurden begehbare oberste Geschossdecken mit Zellulosedämmstoff nachträglich gedämmt und in neun Liegenschaften sind energiesparende Leuchtmittel mit Vorschaltgeräten eingebaut worden.
Moderne Regelungstechnik ermöglicht sowohl der WISAG wie der Stadt eine computergestützte Abfrage-Überwachung der installierten Energiespartechnik, ohne dass die Mitarbeiter extra zu den Gebäuden fahren müssen.
Das Besondere eines Blockheizkraftwerkes wie in der KGS ist dabei, dass nicht nur Strom sondern gleichzeitig auch Wärme erzeugt wird. Hierbei werden, im Gegensatz zur herkömmlichen getrennten Erzeugung von Strom und Wärme, erhebliche Mengen Emissionen des Klimakillers CO2 eingespart. Das Blockheizkraftwerk ist also zusätzlich schonend für die Umwelt.
„Hier geht keine Wärme unnütz durch den Schornstein,“ freut sich Sehndes Bürgermeister Carl Jürgen Lehrke. Durch installierte Wärmetauscher wird selbst die Wärme der Abgase effizient genutzt.
Der Bürgermeister verwies zum Beginn des Regelbetriebes auf weitere positive Effekte: „Die Vorteile dieses innovativen Modells liegen auf der Hand: Die Stadt Sehnde reduziert den Kohlenstoffdioxid-Ausstoß um 600 Tonnen pro Jahr, wir entlasten unseren angespannten Finanzhaushalt und erhalten gratis moderne Energieeffizienztechnik.“
Das Blockheizkraftwerk erzeugt 770.000 Kilowattstunden Strom pro Jahr, die zu 70 Prozent in das öffentliche Stromnetz eingespeist werden. Mit den verbleibenden 30 Prozent deckt die KGS die Hälfte ihres Strombedarfs.
Darüber hinaus erzeugt das Blockheizkraftwerk Wärme für 70 Prozent der Schulheizung. Die restlichen 30 Prozent erzeugt ein mit dem BHKW gekoppelter Gasheizungskessel, der zu den Spitzenzeiten des Wärmebearfs in der KGS zugeschaltet wird. Auch Wärmespeicher, in denen die erzeugte Wärme auf Abruf gespeichert wird, helfen die benötigte Heizungsleistung auch zu den Zeiten des höchsten Bedarfs zu garantieren.
Die hohe Effizienz der neuen, im übrigen auch schallgedämpften, Anlage kann man in den über der KGS-Heizzentrale gelegenen Klassenräumen selbst spüren: Früher sei es für die Schülerinnen und Schüler darin wie in der Sauna gewesen, berichtete die Schulleiterin Helga Akkermann, heute sei von Abwärme dort nichts mehr zu merken.