Snntg-Festival zeigt sich einzigartig

Die Bühne Wummerland beeindruckte mit kreativer Optik. (Foto: Nick Duschek)
 
Die Band Jeremias war Teil des Snntg-Musikprogramms. (Foto: Nick Duschek)

Bewegung, Begegnung, Kultur und viel Musik

WEHMINGEN (nd). Wer die Buchstaben „SNNTG“ mal auf einem Aufkleber oder einem Plakat gesehen hat und mit der Aussprache dieser Konsonanten Reihe Probleme hatte, konnte am vorigen Wochenende lernen, was sich hinter diesen fünf Buchstaben verbirgt, nämlich das „Sonntags Festival“ auf dem Gelände des Straßenbahnmuseums. „Für die Vokale war kein Geld mehr da“, sagt der Schatzmeister des Vereins, der das Festival jetzt im dritten Jahr ausgerichtet hat, gerne im Scherz. „Das Sonntags Festival ist ein Musik, Kunst und Kultur Festival“, betonte die Pressesprecherin Anjoula Hummel und grenzte so das Festival von den reinen Musikfestivals ab. Und das zurecht. Neben vier Musik-Bühnen gab es Info-Stände, einen Sportbereich mit Volleyball, Tischkicker und einem Parkour-Workshop, ein Sport bei dem man schnell und elegant über Hindernisse läuft und springt und ein kleines Kino mit Kurzfilm-Angebot, so wie ein Open-Air Kino mit Spiel- und Kurzfilmen. Für die gegenseitige Begegnung gab es ein Zelt, in dem das "vorurteilsfreie Kennenlernen" angeboten wurde: Das Sprechen mit unbekannten Menschen wurde ohne Sichtkonktakt ermöglicht, so dass Gespräche ohne Voreingenommenheit zu erleben waren. Auch andere Bereiche des Festivals boten Raum und Zeit für Begegnung. Beim Akro-Yoga gab es die Möglichkeit, zusammen eine Form des Yogas, bei der Kraft und Balance gefragt ist, zu zweit zu machen, es konnten Textilien bedruckt und ein Massage-Workshop besucht werden. Wessen Muskeln dann ausreichend durchgeknetet und einsatzbereit waren, der konnte zu der Bühne namens „Wummerland“ schlendern und dort zu Techno Beats, begleitet von Nebel und Lichteffekten, auf Sandboden abtanzen. Auf den drei anderen Bühnen konnte man sich durch eine Vielfalt an Richtungen von Hip-Hop über Jazz bis zu Pop und Rock zum Tanzen oder gemütlichem Anhören inspirieren lassen. Auch politisch hat sich das Festival klar positioniert. Gegen Rassismus, gegen Sexismus, gegen die Diskriminierung von Lesbischen, Schwulen, Trans- und Intersexuellen ist auf Plakaten zu lesen. Außerdem stand das Festival ganz klar zum Umweltschutz. Ein Stand von der Jugendbewegung „Fridays for Future“ brachte das zum Ausdruck, wie die kompostierbaren Verpackungen der Essensangebote und hauptsächlich veganen und vegetarischen Speisen. Das Umweltbewusstsein war bei den Festival Besuchern klar spürbar. „Die Leute sind offen für die Fridays-for-Future-Bewegung, und wir freuen uns, wenn so viele Menschen wie möglich am 23. August um 12.30 Uhr auf dem Opernplatz Hannover zur nächsten Demo von uns kommen“, erzählte Anna vom Fridays-for-Future-Stand. Ein witziges Element des Festivals ist, dass man zwischen zwei Bereichen nur mit Museums-Straßenbahnen fahren kann, Musiker fahren mit und sorgen für entsprechende Atmosphäre. Andere Bahnen dienen als Disco, Workshop Raum oder Ausstellung und waren von außen und innen von Künstlern gestaltet worden. 3.000 Gäste und 74 ehrenamtliche Helfer haben ein Wochenende erlebt, bei dem man die seltene Gelegenheit hat, das Sonntagsgefühl über drei Tage lang auszudehnen.