Selbstbestimmt mobil sein

Mit Übungen für das Gleichgewicht fing der Radfahr-Kursus an. (Foto: Flüchtlingshilfe Sehnde)

Radfahr-Kursus für elf geflüchtete Frauen

SEHNDE (r/gg). „Was man als Kind in Deutschland lernt, ist in anderen Ländern nicht selbstverständlich“, sagt Ortrud Mall, Vorsitzende des Vereins Flüchtlingshilfe. So gebe es Länder, in denen Frauen das Radfahren nicht lernen. „Teilweise aus gesellschaftspolitischen Gründen“, sagt Ortrud Mall. Aus ihrer Sicht ist das Radfahren wichtig für die Integration in Deutschland. Mit dem Fahrrad zum Einkaufen oder zum Arzt zu fahren und allgemein einfach mobiler zu sein und auch Geld zu sparen, sei wichtig. Der Verein Flüchtlingshilfe hat daher mit dem ADFC einen Anbieter für einen Radfahr-Kursus organisiert. Auf dem Gelände des ehemaligen Bundessortenamtes in Rethmar übten zugezogene Frauen, die gerade Deutsch lernen, an zehn Nachmittagen insgesamt 20 Stunden das Radfahren. Der Verein Flüchtlingshilfe hat die Kosten in Höhe von 800 Euro übernommen und hofft noch auf eine nachträgliche Förderung. Helme standen mittels einer HAZ-Spende zur Verfügung. Die Koordinierung sowie die Kinderbetreuung während des Kurses erfolgte über die Flüchtlingshilfe. Im Radfahr-Kursus haben die Teilnehmerinnen zunächst auf Rollern mit Handbremsen das Gleichgewichthalten geübt. Schon bald konnten sie auf vom ADFC zur Verfügung gestellt Fahrräder umsteigen, zunächst solche mit kleinen Rädern, um die Angst zu verlieren. Weiter ging es mit größeren Rädern, bis am letzten Kurstag das Erlernte gefeiert werden konnte. Die Fahrradwerkstatt der Flüchtlingshilfe hat den Teilnehmerinnen dann gespendete Fahrräder übergeben.