Schau zeigt Folterinstrumente

Zur Eröffnung der Sonderausstellung traten die mittelalterliche Tanzgruppe des Fördervereins der Burg Steinbrück, und die historische Stadtwache Hildesheim auf. (Foto: E. Niemann)

Sonderausstellung im Regionsalmuseum

RETHMAR (r/gg). Gerade hat der Förderverein der Burg Steinbrück bei Söhlde im Kreis Hildesheim im Museum auf dem Gutshof Rethmar eine Sonderausstellung zur Rechtsgeschichte aufgebaut.Repliken wie ein Schwurschädel, Daumenschrauben oder ein Hinrichtungsschwert sind zu sehen, also Folter- und Hinrichtungsinstrumente. An der Ausstellung kann man erkennen, wie unterschiedlich die Rechtssprechungen und vor allem deren Konsequenzen für die Verurteilten im 16. Jahrhundert waren. „Daumenschrauben waren ein gängiges Mittel bei Verhören“, erklärt Burgführer Wolfgang Seeling. Einige heutzutage kaum vorstellbare Strafen werden in der Ausstellung ebenfalls dargestellt. Die nach einem Schweinekopf gestaltete Schandmaske etwa bekam jemand aufgesetzt, der Zotiges von sich gegeben hatte. Die Schandflöte klemmte die Finger jener Musiker ein, die falsche Töne gespielt hatten. Drastische Bestrafungen waren die Hinrichtungen, deren Methoden man in Rethmar ebenfalls nachvollziehen kann – vom ehrenvollen Enthaupten mit dem Schwert bis hin zum Rädern, bei dem den Delinquenten die Knochen unter dem Rad gebrochen wurden, während sie auf so genannten Krammen lagen. "Zu jedem ausgestellten Objekt gibt es erklärende Texte, die aus heutiger Sicht grausame Methoden darstellen", so der Hinweis von Erhard Niemann, Vereinsvorsitzender Regional-Museum-Sehnde.
Das Museum im Gutshof Rethmar ist sonn- und feiertags von 14.30 bis 17.30 Uhr bis zum 16. Dezember geöffnet. Der Eintritt ist frei.