„Satt und sauber“ reicht heute nicht mehr aus . . .

Dr. Silke Lesemann (Mitte) singt und spielt mit den Kleinkindern im „Spatzennest“. Links im Bild: Drittkraft Gerlinde Bühler, rechts, Alexandra Komunski. (Foto: Dana Noll)

Ein Beitrag von Dana Noll - Kita-Praxistag in Sehnde verdeutlicht Abgeordneter die Qualitätssteigerung

SEHNDE (dno). Im Rahmen einer Hospitation besuchte die SPD- Abgeordnete im Niedersächsischen Landtag, Dr. Silke Lesemann, die Kindertagesstätte „Spatzennest“ in Sehnde. Regelmäßig ist die Politikerin in Einrichtungen wie Krippen, Kitas und Schulen unterwegs, um sich ein Bild über die Situation vor Ort zu machen.
Mit schüchternem Lächeln und großen, neugierigen Augen wird Dr. Silke Lesemann am Dienstagmorgen in der Krippe empfangen. Bereits vor einigen Jahren hat die Politikerin das „Spatzennest“ besucht, das bereits im nächsten Jahr 10jähriges Jubiläum feiert. Hier werden 27 Kleinkinder von 1 bis 3 Jahren in zwei Gruppen, davon eine integrative, versorgt. Die Betreuungszeit beginnt um 8.00 Uhr und endet um 14.00 bzw. 16.00 Uhr. Sonderöffnungszeiten entlasten die berufstätigen Eltern zusätzlich.
Derzeit kümmern sich drei Kräfte pro Gruppe um die Kinder. Dabei handelt es sich jeweils um mindestens eine Erzieherin sowie eine Sozialassistentin und eine Drittkraft. Mit vorlesen, spielen, beschäftigen, trösten, wickeln und füttern sind die Erzieherinnen gut beschäftigt. „Ohne unsere Drittkräfte, wäre so ein Kinderkrippen – Alltag nicht möglich“, erklärt Mandy Döhring, Leiterin und Gründungsmitglied des „Spatzennestes“.
Die Landesregierung hat nun endlich der Finanzierung der dritten Kraft in den niedersächsischen Kindertagesstätten zugestimmt und damit auf Bitten und Drängen der Elterninitiativen und KITA- Leiterinnen reagiert. Mit dieser personellen Aufstockung soll nicht nur die Betreuung der Kinder gewährleistet werden sondern auch die Entlastung der Erzieherinnen.
Dafür wird es vom Land ein Qualifizierungsangebot geben und es werden über 400 Ausbildungsplätze zur Sozialassistentin geschaffen. Denn neben Quantität wird vor allem auf Qualität Wert gelegt, die gerade im frühkindlichen Bereich entscheidend ist. Die Prämisse „Satt und Sauber“ reicht heute in den Kindertagesstätten nicht mehr aus. Die Krippen sollen spielerisch fördern, anregen, unterhalten – die reine „Aufbewahrung“ ist überholt.
Die derzeitigen Drittkräfte hier sind meist Tagesmütter oder Frauen, deren Kinder bereits aus dem Haus sind. Neben einer hohen Lebenserfahrung haben sie oft genug Zeit und Geduld, um auf die „Spatzen“ einzugehen. Natürlich nehmen sie an Teamsitzungen teil, bekommen Erste Hilfe Kurse und werden vollständig in die Abläufe integriert. Dennoch weisen sie meistens keine Ausbildung in diesem Bereich vor. Ihre Aufgabe besteht überwiegend darin, „am Kind zu unterstützen und die Gruppe zu entlasten“, so Mandy Döhring.
Auf diese Drittkräfte will man nicht mehr verzichten! Dennoch müssen die Zukunftsgedanken von Kindertagesstätten in Richtung Qualitätssteigerung gehen. Die ausgebildeten Sozialassistenten werden vorerst für 20 Stunden eingesetzt, bis 2021 plant man die Erweiterung auf Vollzeit. „Das ist ein wichtiger Schritt, aber noch nicht der Letzte“, kündigt Dr. Silke Lesemann engagiert an.