Rund um die Uhr in der Verantwortung

Bürgermeister Olaf Kruse hat im Rathaus seinen Platz. (Foto: Gabriele Gosewisch)

Bürgermeister Olaf Kruse nimmt Arbeit auf

SEHNDE (gg). Voller Tatendrang hat der im Mai gewählte Bürgermeister Olaf Kruse am 1. November seine Arbeit im Rathaus aufgenommen. „Ich war um sechs Uhr hier“, sagt er. Ein Signal an die 340 Mitarbeiter sollte dies nicht sein, vielmehr gehe es um seine persönliche Art, die neue Aufgabe zu beginnen. „Ich verstehe mich als 24-7-Bürgermeister, also rund um die Uhr an sieben Tagen der Woche in Verantwortung“, kündigt der 57-Jährige an. Er ist verheiratet und hat einen Sohn und eine Tochter, beide erwachsen. 41 Jahre hat er in der „Sozialversicherung für Landwirtschaft, Forsten und Gartenbau“, kurz SVLFG, gearbeitet, wo er als Auszubildender angefangen hat. Rund alle fünf Jahre habe er neue Aufgabenbereiche, Projekte oder Funktionen übernommen, der Aufstieg in den gehobenen Dienst lief parallel. Zuletzt hat er als Referent die gesamte Schadensfall-Abwicklung verantwortet. Er hat interne Leitfäden und Strukturen erarbeitet und umgesetzt, die elektronische Verarbeitung angepasst, EDV-Bereiche zusammengeführt, Personalbedarf ermittelt und vieles mehr. Olaf Kruse ist sich sicher, Kompetenzen erworben zu haben, die im Bürgermeisteramt nützlich sein werden. Und wichtig sei auch ein Stichwort in weiterer Hinsicht, denn er sagt in Bezug auf die Arbeitsprozesse in der Stadtverwaltung: „Veränderungen müssen einen Nutzen haben, sonst müssen sie nicht gemacht werden.“ Natürlich werde er sich zunächst genau über die Arbeitsbereiche im Rathaus informieren, man müsse dann darüber sprechen, was sicherlich spannend sein werde. Zusätzliche Aufgaben mit dem vorhandenen Team zu stemmen, sei möglich und zielführend. „Der IT-Bereich wird jetzt neu aufgestellt. Die Weiterentwicklung der Arbeitsprozesse setzt sich fort“, so seine Ankündigung. Zurückhaltung mahnt er in Bezug auf den städtischen Haushalt an. Olaf Kruse ist seit 2001 ehrenamtlich politische aktiv gewesen, war zuletzt Ortsbürgermeister in Wehmingen und Vorsitzender der SPD-Ratsfraktion. Die städtischen Finanzen sind ihm dem entsprechend sehr gut bekannt. „Wir dürfen in diesen Zeiten der Niedrigzinsen nicht leichtsinnig werden“, sagt er in Bezug auf Neuverschuldungen, denn die Einnahmen seien nicht zu steigern. Im Gegenteil: „Wenn die Straßenausbau-Beiträge, die Umlage auf die Eigentümer, abgeschafft würde, drücken siebenstellige Beträge den städtischen Haushalt zusätzlich.“
Olaf Kruse will die Bautätigkeit in der Stadt moderat gestalten, damit die Infrastruktur mit Kitas und Schulen nicht mitwachsen muss. Den Druck der Regionsverwaltung zur Anpassung der Umlage aus den 20 zugehörigen Städten und Gemeinden rund um Hannover betrachtet er als offenen Prozess. „Da muss man miteinander sprechen“, so sein Hinweis. Grundsätzlich böte die Regionsverwaltung eine Rund-um-Versorgung, das sei gut. Voranbringen wir Olaf Kruse in Sehnde den den Solarstrom-Ausbau. Er ergänzt: „Auch die Windnutzung darf in der Betrachtung des Machbaren nicht ausgenommen werden.“