Regionsweite Plakataktion hilft Opfern häuslicher Gewalt

Die Mitglieder des Sehnder Arbeitskreises „Häusliche Gewalt“ Manfred Otto (v.l.) vom Sehnder Präventionsrat, Anke Ahlswede, Jennifer Glandorf, Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Sehnde, Jürgen Knorn und Angelika Schrader vom Sehnder Seniorenbeirat, Angelika Mattejiet-Frühberg und Mariely Klöpper-Post vom Sehnder Seniorenbeirat zeigen die neu entwickelten Flyer und Brochüren, die Hilfsangebote für Kinder bereit halten. (Foto: Stadt Sehnde)
 
Die Gleichstellungsbeauftragten der Region Hannover unterstützen derzeit eine weitere Aktion: Mit großformatigen Plakaten wird auf die Mißstände aufmerksam gemacht, mit denen Opfer häuslicher Gewalt zu kämpfen haben. Die Lehrter Gleichstellungsbeauftragte Annette Wiede zeigt eines der Plakate, mit denen auch Opfern, die psychisch darunter leiden, geholfen werden kann. (Foto: Stadt Lehrte)

Präventionsrat Sehnde gibt Brochüren für betroffene Kinder heraus

SEHNDE/LEHRTE/REGION (r/dik). Mit neuen Aktionen gegen „Häusliche Gewalt“ sollen die BürgerInnen in den Kommunen Burgdorf, Sehnde, Lehrte und der Gemeinde Uetze für dieses Thema sensibilsiert werden. Darüber hinaus macht der Arbeitskreis „Häusliche Gewalt“ des Sehnder Präventionsrates darauf aufmerksam, dass auch Kinder die Opfer von häuslicher Gewalt sind und Hilfe und Unterstützung benötigen und hat Flyer und Broschüren mit Hilfsangeboten und AnsprechpartnerInnen entwickelt. Darüber hinaus sollen derzeit in allen Kommunen der Region großformatigen Plakateauf denen auch Telefonnummern von Hilfsorganisationen abgedruckt sind auf die mögliche Unterstützung der Opfer aufmerksam machen.
Die Plakat-Aktion ist eine Initiative der Beratungs- und Interventionsstellen (BISS) „gegen häusliche Gewalt“ und wird in Kooperation mit den Gleichstellungsbeauftragten der Region Hannover durchgeführt. Zu den örtlichen Beratungsstellen, deren Kontaktdaten auf den Plakaten zu finden sind, zählen der Frauen-Notruf Langenhagen, die Frauenberatungsstelle „Donna Clara“ in Laatzen und die Koordinierungs- und Beratungsstelle „gegen häusliche Gewalt“ der Arbeiterwohlfahrt (AWO).
Die Gleichstellungsbeauftragten der Kommunen Burgdorf, Lehrte, Sehnde und der Gemeinde Uetze begrüßen die Plakataktion, da die Zahl der Opfer, denen zu Hause psychische und körperliche Gewalt angetan wird eine steigende Tendenz hat.
„Viele Betroffene von häuslicher Gewalt fühlen sich von herkömmlichen Informationskampagnen nicht angesprochen“, erklärt Annette Wiede, Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Lehrte, „weil darin der Fokus auf körperliche Gewalt gelegt wird. Frauen, die von psychischer Gewalt, darunter Kontrolle, Demütigung, Verunsicherung und Isolierung, betroffen sind sehen jetzt, anhand der Plakate, die auch diese Formen der Gewalt aufzeigen, dass sie nicht alleine sind.“
Von häuslicher Gewalt in den verschiedensten Formen können auch Kinder betroffen sein. Die Arbeitskreismitglieder des Sehnder Präventionsrates haben eine Broschüre „Zu Hause bei Schulzes“ mit kindgerecht aufgearbeiteten Information zum Thema „Gewalt in der Familie“, Lösungsmöglichkeiten, Hilfsangeboten und AnsprechpartnerInnen in Sehnde herausgegeben. Die Kosten trägt der Förderverein des Präventionsrates Sehnde.
In Kooperation mit der örtlichen Polizei wird die Broschüre jetzt auch an Sehnder Grundschulen vorgestellt. „Ein Konzept für eine Unterrichtseinheit zum Thema ist dazu von Ulrike Zellerhoff, Mitglied im AK ,Häusliche Gewalt' des Sehnder Präventionsrates entwickelt worden. Darüber hinaus gibt es einen Flyer „Zoff daheim“. Dieser wird den Kindern direkt nach einem polizeilichen Einsatz bei häuslicher Gewalt überreicht.
Erfreut über die neuen Unterstützungsangebote für Kinder sagt Jennifer Glandorf, Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Sehnde:„Zur Zeit gibt es mehr Hilfsangebote für die erwachsenen, in der Regel weiblichen Opfer von häuslicher Gewalt, nicht aber ausreichend für Kinder. Dabei sind die Kinder, wenn auch nicht direkt von körperlicher Gewalt betroffen, ebenfalls Opfer, denn sie tragen allein beim Anblick dieser Art von Auseinandersetzungen seelische Verletzungen davon. Deshalb haben wir so eine gute Möglichkeit auch die betroffenen Kinder zu erreichen.“