Preise für Strom und Erdgas

Energieversorgung Sehnde GmbH bezieht Position

Sehnde (r/gg). Die Preiserhöhung für Strom und Gas mit Stichtag 1. April erklärt die Stadtwerke Sehnde GmbH jetzt in einer Pressemitteilung. Die hohe Inflationsrate, die nach der Corona-Krise wieder anziehende Weltwirtschaft mit gesteigerter Nachfrage nach Rohstoffen und Energie, das Vorantreiben der Energiewende inklusive der CO2-Besteuerung mittels Emissionszertifikaten, aber auch geopolitische Rahmenbedingungen wie die derzeit angespannte Lage in der Ukraine seien wesentliche Faktoren, die Einfluss auf die Preise am Markt hätten. Das betreffe nicht nur Waren und Dienstleistungen, sondern auch den Energiesektor. "Leider hat die Energieversorgung Sehnde GmbH (EVS) nur bedingt Einfluss auf diese Entwicklung", so die Mitteilung.
Elektrische Energie sei stark nachgefragt, sowohl in Privathaushalten als auch in der
Wirtschaft. Und die Nachfrage bestimme den Preis. Hier die weitere Mitteilung: "Die EVS ist diesem Bedarf in der Vergangenheit mit vorausschauenden, günstigen Energieeinkäufen begegnet. Für Bestandskunden blieben die Preise dadurch unverändert. Eine andere Situation hat sich durch die Insolvenzwelle zahlreicher Discountanbieter ergeben. Diese
kündigten ihren Kunden plötzlich die Verträge, sodass diese per Gesetz in den Grundversorgungstarifen der lokalen Energieversorger, wie die EVS, aufgefangen werden mussten. Dadurch stieg die benötigte Energiemenge in einem nicht vorab kalkulierten Maß und musste kurzfristig zu teureren Preisen beschafft werden. Neukunden mussten folglich mehr für ihre Energie zahlen. Mittlerweile beruhigt sich der Strommarkt wieder, sodass die EVS die Preise für Neukunden ab dem 1. April wieder von 102,90 Cent auf 57 Cent (brutto) senken kann. Bei einem Verbrauch von 2.500 Kilo-Watt-Stunden (Zwei-Personen-Haushalt) ergibt das eine Ersparnis von 800 Euro (brutto) für das laufende Jahr."
„Größtmögliche Versorgungssicherheit und Preisstabilität bieten langfristige
Lieferverträge mit regionalen Anbietern“, empfiehlt Natalie Heinrichs,
Geschäftsführerin der Energieversorgung Sehnde GmbH (EVS). „Wir agieren nicht
spekulativ wie viele Billiganbieter, sondern planen den Bedarf unserer Kunden voraus schauend und kaufen entsprechend am Markt ein.“
Ursachen und Perspektiven für steigende Erdgaspreise in der EVS-Mitteilung:
"Deutschland verfügt leider nicht über eigene Erdgas- und Erdölressourcen. Somit ist
unser Land sehr stark von ausländischen Zulieferern und Finanzmärkten abhängig,
was die Preise für Erdgas und auch Heizöl anbelangt. Nicht ausreichend gefüllte
Erdgasspeicher verstärken die Knappheit an Brennstoff zusätzlich, teureres
Flüssiggas aus den USA muss zur Entlastung beschafft werden. Auch der
schwelende Konflikt mit Russland hinsichtlich der Inbetriebnahme von Nord Stream 2,
einer neuen Exportpipeline für Gaslieferungen nach Europa durch die Ostsee, sorgt
für erschwerte Versorgungsbedingungen. Eine Preiserhöhung für Erdgas von 8,75
Cent auf 12,96 Cent (brutto) kann daher leider nicht mehr vermieden werden. Bei
einem Jahresverbrauch von 25.000 Kilo-Watt-Stunden ergeben sich für ein Einfamilienhaus somit Mehrkosten von rund 600 Euro."
„Wir verstehen sehr gut, dass unsere Kundinnen und Kunden sehr unzufrieden mit
der aktuellen Preissituation sind“, sagt Natalie Heinrichs. „Wir bitten um Verständnis
und möchten ausdrücklich darauf hinweisen, dass wir alle Maßnahmen ergreifen, die
uns möglich sind, um die Preise stabil zu halten und Preiserhöhungen zu umgehen.
Der konsequente Ausbau von erneuerbaren Energiequellen wie Wind-, Solar- und
Wasserkraft wird die Energie- und Wärmewende vorantreiben, sodass wir weniger
abhängig von ausländischen fossilen Brennstoffen wie Erdgas sein werden.“