Prävention erhält Aufrüstung

Patrick Jobst (von links) und Mimke Carstens, mit Schutzanzug, sind froh über die Unterstützung von Olaf Kruse, Lars Witte und Sandra Heidrich beim Präventionstraining. (Foto: G. Gosewisch)

Spende ermöglicht Anschaffung eines professionellen Schutzanzugs

SEHNDE (gg). Die KGS-Präventionskurse werden von zwei Seiten angesteuert. Da sind zum einen die Schüler, die gewalttätig aufgefallen sind und zur Umlenkung ihrer Aggression Anleitung bekommen. „Zum anderen gibt es Schüler, die Opfer sind und in ihrem Selbstbewusstsein gestärkt werden müssen“, erklärt Olaf Kruse, Vorsitzender des Fördervereins des Präventionsrates. Weil die KGS-Präventionskurse unter der Leitung von den Lehrern Mimke Carstens und Patrick Jobst bewährtes Mittel sind, um Schülern die individuell nötige Unterstützung zu geben, habe es nun eine Anschaffung gegeben, die vom Förderverein gesponsert wird, so sein Hinweis. 1.200 Euro hat der professionelle Anzug gekostet, der die Lehrer vor Verletzungen schützen soll. „Wer im Umgang mit Mitschülern aggressiv auffällig geworden ist, hat ein Problem mit der Selbstkontrolle. Schlagen und Treten wird in das Training eingebaut, um Kontrolle und Wahrnehmung zu erlernen. Allerdings möchten wir als Lehrer und Trainer dabei unbeschadet bleiben und dabei hilft der Schutzanzug“, erklärt Mimke Carstens. Er arbeitet auch erlebnispädagogisch. Im Rollenspiel werden Szenen gestaltet, um die Theorie der Gewaltvermeidung oder der Selbstbehauptung in die Praxis umzusetzen. Ein Bewusstsein für eigene Frustration und Strategien gegen Provokationen zu entwickeln seien wichtige Ziele der Übungen. „Da gibt es gezielte Techniken, die wir anwenden, um Täter dazu zu bringen, eigene Fehler einzugestehen“, sagt Patrick Jobst. Er hat vor einigen Jahren den Beruf gewechselt, ist ausgebildeter Polizist und greift nun als Lehrer gern auf die Methoden der Kriminalistik zurück. Rund 1.800 Schüler werden in der KGS unterrichtet. 50 Schüler wurden in den vergengenen zehn Jahren in Präventionskursen auf den rechten Weg gebracht, unterstützt von den Schulsozialpädagogen Ines Lindenau und Ole Mährtins. „Die Rückfallquote ist extrem gering“, bestätigen Schulleiterin Sandra Heidrich und Sektionsleiter Lars Witte.