Positionen der Politik

Ratsmitglieder kommentieren die Lage Gewerbegebiet Sehnde Ost

Sehnde (gg). Nach dem von der Stadtverwaltung gestalteten Informationsabend zum Thema Logistik-Hallenbau Sehnde-Ost am Montagabend auf dem Gutshof Rethmar haben die politischen Fraktionen im Rat schriftlich zur Informationswende Stellung genommen (Forstsetzung von Seite 1).
Seitens der SPD teilt Max Digwa, Vorsitzender der Ratsfraktion, mit: "Auch die SPD-Fraktion hat die Aussage des Investors überrascht. Diesbezüglich haben wir jetzt natürlich noch einige Fragen und beraten uns nochmal. Eine ausführliche Stellungnahme folgt."
Auch die CDU-Ratsfraktion will in den nächsten Tagen eine Stellungnahme liefern, wie der CDU-Stadtverbandsvorsitzende Lutz Lehmann ausdrücklich ankündigt.
Die Grünen, vertreten durch den Vorsitzenden Günter Pöser, erinnern an die von der Vereinbarung "Niedersächsischer Weg" vorgegebenen Reduzierung des Flächenverbrauchs.
Günter Pöser schreibt: "Wir wünschen uns kleinere Gewerbebetriebe, mit kleineren Gebäuden, die auch eine Nachfolgenutzung erlauben. Wenn schon Logistik, dann so nahe wie möglich an die Autobahnen. Höver erscheint da in einigen Bereichen besser geeignet." In Bezug auf mögliche Gewerbesteuer-Einnahmen teilen die Grünen mit: "Es ist wichtig und richtig, Verantwortung zu übernehmen, aber es sollte genau geschaut werden, zu welchem Preis."
Der AfD-Ortsverein spricht sich gegen ein Delticom-Logistikzentrum in Sehnde-Ost aus. Wolfgang Ostermeyer aus der AfD-Fraktion schreibt: "Aus unserer Sicht ist die aktuelle Planung im Gewerbegebiet Sehnde-Ost mehr als unglücklich. Hier wird ein optimaler Standort in Autobahnnähe ohne Not ins Kerngebiet verlagert und ganz nebenbei noch ein Verkehrschaos erzeugt, bis zu 14 Hektar Fläche versiegelt und verheerende Sichtachsen geschaffen. Es ist zudem zu befürchten, dass bei einer Nachnutzung des bisherigen Delticom-Standorts in Höver weitere Verkehrsbelastungen auf das Stadtgebiet zukommen. Da die Firma Delticom bis vor kurzem noch ein Sanierungsfall war, stellen auch wir uns die Frage, was passiert eigentlich bei einer Insolvenz? Das Hauptargument des Bürgermeisters waren schließlich die zu erwartenden zusätzlichen Einnahmen aus der Gewerbesteuer. Wir betrachten es als unfair gegenüber den Einwohnern in Sehnde und Rethmar, Neubaugebiete zu schaffen und damit Familien anzulocken, denen man dann kurz darauf einen gigantischen Hallenkomplex direkt vor die Tür stellt. Solche umweltbeeinflussenden Projekte sind unserer Ansicht nach –zumal im dörflichen Bereich –nicht mehr zeitgemäß. Für den Zorn der Bürger haben wir absolutes Verständnis."