Nur noch der gemeinsame Name fehlt

Die Kirchenvorsteherinnen Ute Thomas (Rethmar) und Doris Fischer (Haimar) zogen beim Neujahrsempfang in der Kirche St. Ulrich Bilanz und berichteten über Neuplanungen für 2019. (Foto: Susanna Veenhuis)
 
Das Iltener Flötenensemble Flute in Takt begleitete den Gottesdienst zum ersten gemeinsamen Neujahrempfang der drei Kirchengemeinden mit Barockmusik und einem beschwingten schwedischen Tanz. (Foto: Susanna Veenhuis)

Kirchengemeinden Sehnde, Rethmar und Haimar baten zum Neujahrsempfang

HAIMAR (sv). „Um des lieben Friedens Willen wird viel unter den Teppich gekehrt – bis jemand darüber stolpert. Aber fangen wir bei uns an, mit kleinen Schritten.“ Mit einer Auslegung der Jahreslosung „Suche den Frieden und jage ihm nach!“ (Psalm 34,15) begrüßte die Haimarer Kirchenvorstandsvorsitzende Doris Fischer die Gäste beim Neujahrsempfang in der voll besetzten St. Ulrich-Kirche in Haimar. Ein Novum: Denn nicht nur die Haimarer Gemeindeglieder füllten die Bänke, sondern auch die der Nachbargemeinden Rethmar und Sehnde. Denn der 2016 entschiedene und seitdem vorbereitete Zusammenschluss der drei Kirchengemeinden soll in diesem Jahr vollzogen werden.
Was könnte sich da zum persönlichen Kennenlernen zunächst besser eignen als ein gemeinsamer Gottesdienst und ein persönlicher Austausch? Doch nach dem Gottesdienst und vor dem Empfang im hinteren Teil der Kirche ließen die drei Pastoren und Kirchenvorstände die vorausgegangenen Umstände und Bemühungen um den Zusammenschluss noch einmal Revue passieren.
Die Gemeindglieder in Rethmar und Haimar sind in Sachen Zusammenschuss erfahren, schon seit 1982 durch ein gemeinsames Pfarramt verbunden. Auch jetzt sollen alle drei Gemeinden weiterhin ihren Namen und ihre Selbstständigkeit behalten.
Die Pastoren Damaris Frehrking, Uwe Büttner teilen sich seit Mai vergangenen Jahres mit Ricarda Schnelle die Arbeit in den drei Kirchengemeinden auf. Schwindende Mitgliederzahlen bedeuten für die Landeskirche weniger Einnahmen, abnehmendes Interesse an der ehrenamtlichen Gemeindearbeit sowie der Mangel an Geistlichen erschweren die Situation, machte die Sehnder Kirchenvorstandsvorsitzende Heidrun Golenia deutlich.
Dennoch gibt es großes Engagement innerhalb der drei Gemeinden. So finanziert der Verein „Pastor vor Ort“ anteilmäßig die Stelle der Diakonin Tamara Meyer-Goedereis für die Jugendarbeit. „Diese Arbeit ist ehrenamtlich nicht zu leisten“, sagte Stefan Jakob vom Vereinsvorstand und warb für eine Mitgliedschaft für nur drei Euro pro Monat. „Nur, wenn wir mehr Mitglieder gewinnen, können wir das auf die Dauer finanzieren!“
Mit dem großen gemeinsamen Engagement für die Glocke auf dem Friedhof sei ein wichtiges ökumenisches Projekt abgeschlossen worden, sagte Golenia. Ute Thomas vom Kirchenvorstand Rethmar hob die bereits erfolgte Zusammenlegung der Konfirmandenarbeit und die Einführung der Sommerkirche hervor. Weitere Vorhaben seien der Fassadenanstrich für die St. Ulrich-Kirche, die Überholung des Kanzelaltars und die Instandsetzung der Kirchturmuhr in Dolgen. „Und ein gemeinsamer Name für die drei Gemeinden muss noch gefunden werden“, fügte sie hinzu. Hier sei die Kreativität der Gemeindeglieder gefragt.
Sonja Werner vom Förderverein Kreuzkirchengemeinde Sehnde dankte unter anderem für das große Engagement und die vielfältigen Aktionen zur Finanzierung der neuen Glocke auf dem Sehnder Friedhof. Sie erinnerte auch an die Umstellung der Leuchtmittel auf energiesparende LED-Technik.
Das Iltener Flötenensemble Flute in Takt unter der Leitung von Ulrike Bartel spielte Barockmusik zum Jahresanfang und beendete den Gottesdienst mit einem lebendigen schwedischen Tanz.