Ministerpräsident besucht Bolzum

Im Bolzumer Dorfladen bei der Belegschaft (links) gut angekommen ist Stepahn Weil (Zweiter von rechts) mit Begleitung. (Foto: Gabriele Gosewisch)

Stephan Weil fragt nach dem Erfolgskonzept des Dorfladens

BOLZUM (gg). Bürgernähe pflegte Ministerpräsident Stephan Weil am Donnerstagnachmittag voriger Woche bei seinem Besuch im Bolzumer Dorfladen an der Marktstraße. Praxisnah galt es, das Thema „Ideen und Herausfordeurngen in den ländlichen Regionen Niedersachsens“ zu erörtern. Aus dieser Vorgabe entspann sich ein reger Gesprächsaustausch, in den auch die stellvertretende Regionspräsidentin Petra Rudszuck und Regions-Fachbereichsleiterin Sonja Beuning in Stepahn Weils Delegation eingebunden waren. Bürgermeister Carl Jürgen Lehrke stand dem Ministerpräsidenten mit Informationen ebenso zur Seite wie Bolzum Ortsbürgermeisterin und Landtagsabgeordnete Silke Lesemann und Wehmingens Ortsbürgermeister Olaf Kruse, der das Sehnder Bürgermeisteramt im November übernimmt. Dorfladen-Geschäftsführerin Michaela Oldeweme und Marktleiterin und Beiratsvorsitzende Frauke Lehrke erklärten das Konzept. Ohne ein engagiertes Team, treue Kunden, Ehrenamtliche und Gesellschafter würde es nicht funktionieren, so ihr Fazit. Aus konkreten Nachfragen des Ministerpräsidenten zu den Öffnungszeiten oder zum Umsatz entwickelte sich ein reges Gespräch, in dem auch Birgit Honé eingebunden war. Die Ministerin für regionale Entwicklung in Weils Kabinett wohnt in Wehmingen, ist im Dorfladen Beiratsmitglied und engagiert mit Rat und Tat zur Stelle. Sie betonte den Stellenwert des Dorfladens nicht nur in Bezug auf die Nahversorgung mit Lebensmitteln des täglichen Bedarfs, sondern auch in Bezug auf das soziale Miteinander. „Man kommt einfach gerne hier her, weil man immer jemanden trifft, mit dem man sprechen kann“, sagte sie. 270 Kunden kommen durchschnittlich pro Tag zum Einkaufen in den Bolzumer Dorfladen. Im kleinen kombinierten Café sind die Plätze immer besetzt. Silke Lesemann, Landtagsabgeordnete, Sehnder Ratsvorsitzende und Anwohnerin bestätigte: „Der Dorfladen macht einfach glücklich.“ Das Miteinander, das im Vordergrund stehe, die Mitarbeiter, die alle aus dem Dorf oder dem direkten Umfeld kommen, seien die tragenden Säulen. Stephan Weil fragte ganz genau nach, wollte das konkrete Erfolgsrezept ergründen. Frauke Lehrke erklärte, dass auch ständige Aktionen dazugehören, die entweder an das Dorfgeschehen anknüpfen oder dieses beleben. Eine besondere Betonung legte Frauke Lehrke auf die Zusammenhänge, insbesondere auf das mit staatlichen Fördermitteln finanziertes Projekt Gut Klima, bei dem die aktive Nachbarschaft Ideen für den Klimaschutz entwickelt und umsetzt. „Ohne den Dorfladen und damit der Chance auf persönliche Nähe zur Nachbarschaft, wäre das Projekt gar nicht möglich. Hier erreichen wir die Anwohner und können zum Mitmachen motivieren.“
Zeit nahm sich der Ministerpräsident gern für Gespräche mit den Mitarbeitern. Bei einer Verkostung an der Käsetheke gab es zudem interessante kulinarische Hinweise.