Mauerfall und geliebte Trabanten

Am Trabbi stehen Silke Lesemann (von links), Erhard Niemann und Norman Happatz. (Foto: Regional-Museum-Sehnde)

Neue Ausstellung im Regionalmuseum ist eröffnet

RETHMAR (r/gg). Im Regionalmuseum auf dem Gutshof ist die Ausstellung „Grenzöffnung – Mauerfall – 30 Jahre Wiedervereinigung“ eröffnet worden. Es sei wichtig, die Erinnerung an die Geschichte der Grenzöffnung zu erhalten, wurde bei der Feier hervorgehoben.
Die SPD-Landtagsabgeordnete Silke Lesemann hielt vor dem Regionsalmuseum-Vereinsvorsitzenden Norman Happatz den ersten Beitrag zum Thema Grenzöffnung. Die Ausstellung im Regionalmuseum sei ein guter Beitrag, um gerade auch jüngeren Menschen einen Eindruck von der jüngsten Geschichte nahe zu bringen. In ihrer Eröffnungsrede erinnerte die promovierte Historikerin Silke Lesemann an die wichtigsten Ereignisse seit dem 9. November 1989, als Politbürosprecher Günther Schabowski die Reisefreiheit für alle DDR-Bürger ankündigte. Sie selbst habe die Worte seinerzeit in ihrer Studenten-WG im Fernsehen verfolgt. „Uns war schnell klar, dass wir ein wesentliches historisches Ereignis erlebten“, berichtete sie. In den nächsten Tagen nach dem 9. November war die Stadt voll mit Trabis und Bürgern, die mit dem Begrüßungsgeld einkaufen gingen.  Das hatte auch Norman Happatz erlebt. Sieben Jahre war er jung, als seine Eltern mit ihm nach West-Berlin fuhren. „Mein erster Einkauf war ein Raider, und dann war da noch diese Kiwi, die eigentlich aussah wie eine Kartoffel, aber so was war für mich was neues“, erinnerte sich Norman Happatz, der heute in Ilten lebt und Gewerkschaftssprecher der IGBCE ist. Thomas Fischer hat hingegen noch nie etwas mit der DDR zu tun gehabt. Der Everner hat vier eigene Trabis. Einer von ihnen, der Trabant 601 S, hat bei der Ausstellungseröffnung die Blicke der Besucher auf sich gezogen. Trotz vieler guter Angebote würde Fischer seinen „Henry“, wie er den Trabi liebevoll nennt, aber niemals verkaufen. „Trabis sind mittlerer Kultobjekte“, sagt er, „egal, wo ich hinfahre, ich bekomme überall Beifall und Daumen, die nach oben zeigen.“
Die Sonderausstellung zur Grenzöffnung ist sonntags und feiertags von 14.30 bis 17.30 Uhr geöffnet und noch bis zum 15. September zu sehen.