Männerstammtisch Sehnde fragte bei Landkreistag-Vorstand nach: Was kann der Bürger noch von Städten und Kreisen erwarten?

Was geht noch?: Landrat Franz Einaus (li.) und Pastor Andreas Schmidt diskutierten mit dem Männerstammstisch über die verbleibenden finanziellen Spielräume. (Foto: Ev.-luth. Männerstammtisch Se)
SEHNDE. Der Männerstammtisch der evangelisch-lutherischen Kirchengemeinde Sehnde hatte jüngst zum Thema: „Städte, Gemeinden und Landkreise: Was kann der Bürger noch erwarten“ eingeladen. Eine kleine Gruppe folgte den interessanten Ausführungen von Franz Einhaus, der Mitglied des Vorstandes des Niedersächsischen Landkreistages und Landrat von Peine ist.
Einhaus führte aus, dass die kommunale Selbstverwaltung in der Krise sei, und die Kommunen in der Schuldenfalle, so dass die Kommunen bald ihre Aufgaben nicht mehr erfüllen können. Die Schere zwischen Ausgaben und Einnahmen gehe immer weiter auseinander. Das führe zu einer eindimensionalen Gestaltungsfähigkeit.
Einhaus betonte, dass das Sparpaket der Bundesregierung auch seine Auswirkungen auf die Kommunen nicht verfehle, denn überall wo Leistungen für Hartz IV Empfänger gestrichen werden, sei eine kommunale Finanzkompensation wahrscheinlich. Darüber hinaus habe es Kostenexplosionen in der Altenhilfe, der Jugendhilfe und den Hilfen für Menschen mit Behinderungen gegeben.
„Lösungsansätze müssen langfristig ansetzen. Die Betreuungs- und Bildungsstruktur muss flexibler werden, denn von der Krippe bis in den Beruf geht es um die Frage: Wie leistungsfähig sind die Menschen“, so Einhaus, denn hier lägen die Wettbewerbsvorteile.
Pastor Andreas Schmidt betonte, dass aber die Qualität der Einrichtungen verbessert werden müsse, zwei vom Gesetzgeber geforderte Kräfte pro Krippengruppe seien eindeutig zu wenig.
Er forderte „einen stärkeren Dialog der Generationen, ein Standortvorteil ist, voneinander zu profitieren: Die Senioren von der Leistungsfähigkeit der Jüngeren, die Jüngeren von den Erfahrungen der Senioren“, so Schmidt.