Männergottesdienst mit MdB Matthias Miersch: Generationenpolitik als wichtige Klammer

„Wer spricht für das Volk?" (v.l.): Bundestagsabgeordneter Dr. Matthias Miersch, Pastor Andreas Schmidt und Kirchenvorsteher Reinhard Grosskopf suchten nach Antworten. (Foto: Kgmde. Sehnde)
SEHNDE (r/kl). Zum fünften Männersonntag der evangelisch-lutherischen Kirchengemeinde Sehnde begrüßte vor 80 BesucherInnen Pastor Andreas Schmidt im Bonhoefferhaus den Abgeordneten des Deutschen Bundestages, Dr. Matthias Miersch, und den Männergesangverein Rethmar. Für den Kirchenvorstand gestaltete Reinhard Grosskopf den Gottesdienst mit.
Miersch hielt die Ansprache im Gottesdienst zum Thema „Wer spricht für das Volk“, überaus aktuell auch angesichts Stuttgart 21 und auch dem Castor-Transport, stand. Zuerst stellte er die Ausgangssituation dar und berichtete von seinen Erfahrungen: Wie kann man als Abgeordneter dem Anspruch Vertreter des ganzen Volkes zu sein, gerecht werden, wenn man die unterschiedlichen Erfahrungen und Bedürfnisse der Menschen sieht. Was ist denn eigentlich gerecht, zum Beispiel bei einer Haushaltspolitik für heutige Generationen hinsichtlich der Situation zukünftiger. Miersch zog ein Zwischenergebnis, und stellte unter anderem fest, dass Anspruch und Wirklichkeit nur schwer vereinbar sind. Die Probleme seien komplex, die Interessen vielschichtig.
Der Bundestagsabgeordnete zog 10 Konsequenzen:
1. Eine Demokratie muss sich weiterentwickeln.
2. Es muss der Grundsatz gelten: Die Mehrheit entscheidet, aber auch ein Kompromiss kann notwendig und sinnvoll sein. Ein Denken über Legislaturperioden ist notwendig. Der Bundespräsident sollte mit einer 2/3 Mehrheit gewählt werden.
3. Die parlamentarische Demokratie ist wichtig und richtig.
4. Auch Parteiendemokratie ist wichtig, da sonst unverbindlich und gefährlich. Ein Programm bindet ein.
5. Aber Volks- und Bürgerentscheidungen geben dem Souverän eine direkte Stimme und können auch Parlamentsentscheidungen bestärken.
6. Es ist wichtig neue Formen zu probieren, wie zum Beispiel eine Mediation bei Verkehrsprojekten.
Miersch schloss vier Appelle an:
7. Abgeordnete dürfen kein Verein der Abnicker sein.
8. Parteien müssen sich verändern.
9. Für die Medien gilt: Verantwortung und Information statt Effekthascherei.
10. Die Bürger müssen sich verändern, denn die Demokratie ist ein kostbares Gut.
In seiner Begrüßung mahnte Pastor Andreas Schmidt eine Politik an, „die sich nicht nur an einzelnen Gruppen orientiert. Sicher sind Kinder-, Jugend- und Seniorenpolitik wichtig. Doch wir brauchen eine Generationenpolitik. Sie sieht unsere Gesellschaft als Ganze, stärkt den Zusammenhalt und entwickelt so unsere Gesellschaft weiter. Damit ist sie ist eine wichtige Klammer sozialpolitischer Felder,“ so Schmidt.