"Lebensgrundlage zerstört"

Nabu kritisiert politischen Beschluss

Sehnde (r/gg). Mit einem Protestbrief reagiert der Nabu-Ortsverein auf die in der jüngsten Ratssitzung gefassten politischen Entscheidungen zu Bebauungsplänen Sehnde-Ost, Maschwiese-Nord, Keramische Hütte und Südtorfeld. Angelika Thomaier, Sprecherin des Nabu-Ortsvereins, teilt mit: "Im Falle des Gebietes Sehnde-Ost stimmten die SPD-Mitglieder geschlossen dafür, in der CDU gab es Gegenstimmen und die Grünen stimmten geschlossen dagegen. Damit wurden in den vorigen zwei Jahren Entscheidungen durch den Stadtrat beschlossen, die Flächen von circa 30 Hektar dauerhaft versiegeln - das bedeutet
Vernichtung von Boden. Das widerspricht eklatant der UN-Dekade der Wiederherstellung der Ökosysteme und damit dem Ziel der Umweltschonung genauso wie der Nachhaltigkeitsstrategie des Bundes, des Landes und dem sogenannten Niedersächsischen Weg. Demnach dürfte Sehnde nur etwas mehr als zwei Hektar pro Jahr versiegeln."
Ein zehnjähriger Junge habe nach den Ratsentscheidungen gefragt: “Woher soll unser Essen kommen, wenn so viele Äcker versiegelt werden?“
"Eine sehr gute Frage – die Antwort ist ungewiss", sagt Angelika Thomaier, und weiter: "Unsere Lebensgrundlagen kommen momentan durch die Politik in der Stadt stark unter Druck. Und damit ist nicht die finanzielle Situation der Stadt gemeint, sondern die Ökosysteme - die echte Welt um uns herum."
Im Falle des heftigen Eingriffs in die Umwelt für Sehnde-Ost sei die von der Stadtverwaltung bereitgestellte Ausgleichsfläche nicht im zugesicherten Zustand und der Umweltbericht verfehlt - so die Nabu-Stellungnahme.