Kreuzkirche bildet weiteren Mittelpunkt des „Sehnder Herzens“

Mehr als 800 Jahre alt, aber noch immer ein gut besuchter Anziehungspunkt: die Kreuzkirche am südlichen Ende der Mittelstraße. (Foto: FV KzHK Se/Siegtraut Elger)

Über 800 Jahre altes Gotteshaus wandelt sich zur Konzertkirche

SEHNDE. Spricht man über das „Herz von Sehnde“, darf zu dem am 18. September von 13.00 bis 18.00 Uhr bei einem verkaufsoffenen Sonntag gefeierten Jubiläum „125 Jahre Mittelstraße“ natürlich auch der zweite Mittelpunkt der „Sehnder Meile“ nicht unerwähnt bleiben – die Kreuzkirche mit ihrer jahrhundetelangen Geschichte – unter anderem durch eine neu gestartete Konzertreihe weiterhin ein geistlicher wie kultureller Anziehungspunkt. Siegtraut Elger, die Vorsitzende des Fördervereins zu ihrem Erhalt stellt das Gotteshaus vor.
Am südlichen Ende der Mittelstaße zwischen Nord- und Breite Straße liegt die altehrwürdige Kirche zum Heiligen Kreuz – Mittelpunkt Sehndes seit mehr als 800 Jahren. Ihr Turm ist der älteste Zeitzeuge Sehndes und diente vermutlich ursprünglich als Wehrturm und Schutzburg vor den „wilden Wenden“.
Die Kreuzkirche im Stile des Barocks, wie sie uns heute als Blickfang erfreut, wurde 1739 gebaut. Die im gesamten norddeutschen Raum einzigartige Anordnung des Kirchschiffes quer zum Turm ist darauf zurückzuführen, dass nach der Reformation die Predigt im Protestantismus wichtiger als die Liturgie geworden war. Deshalb entstand der Kanzelaltar- eine Zusammenlegung von Altar und Kanzel. Dieser wurde von dem Hildesheimer Bildschnitzer Ernst Dietrich Bartels gefertigt, ebenso wie die Altäre in Ilten, Bolzum und Algermissen.
Die Orgel wurde 1769 von Gretenberger Bürgern gestiftet, allerdings nur mit einem Manual eingebaut. Für ein zweites Manual, obwohl die Tastatur dafür schon vorgesehen war, fehlten die Taler.
Zur Erhaltung und Erneuerung der Kreuzkirche gründete sich 1995 der Förderverein der Kirche zum Heiligen Kreuz. Neben vielen anderen zwischenzeitlich ausgeführten Projekten, wie Altarsanierung mit einem Auferstehungsbild des Flensburger Künstlers Uwe Appold, setzt er sich seit vier Jahren für eine Überholung der historischen Orgel und den Einbau eines zweiten Manuals ein – zur Freude aller Organisten, denen damit eine größere und anspruchsvollere Auswahl von Orgelliteratur ermöglicht wird. Dand vieler Spenden Sehnder Bürger konnte mit den Instandsetzungsarbeiten bereits begonnen werden.
Am Samstag, 24. September, ab 19.00 Uhr, findet ein Benefiz-Konzert in der Kreuzkirche statt. Geboten werden Lieder und Duette von Robert Schumann, Hugo Wolf, Richard Strauss und Wolfgang Amadeus Mozart. Es sind anspruchsvolle Kunstlieder, Vertonungen von Lyrik, die von ausgebildeten Sändern intepretiert werden.
Sabine Kathke (Sopran) und Iris Kreth (Alt) aus Hannover werden von Prof. Siegfried Strohbach, renommierter Komponist des Mädchenchores Hannover, am Klavier begleitet. Mit diesem Benefiz-Konzert tragen die Künstler zur Restfinanzierung der Orgelerweiterung bei. Der Eintritt ist frei, eine Spende jedoch herzlich willkommen.
Die Sehnder Kreuzkirche ist und bleibt Mittelpunkt für Sehnder „Events“. Sie gehört einfach zum Flair des Weihnachtsmarktes rund um die Kirche dazu, zum Stadtbummel der demnächst neugestalteten, attraktiver werdenden Mittelstraße …
hre Glocken, die älteste aus dem Jahre 1653, die zweite große aus dem Jahre 1827, läuten sonntäglich zum Gottesdienst. Darüber hinaus lädt sie als zukünftige „Konzertkirche der Stadt Sehnde“ zu diversen Konzerten ein und jeden ersten Mittwoch im Monat zur „Offenen Kirchtür“, das heißt zur Besichtigung alter und neuer Schätze.