Kleinbus rollt in Rufbereitschaft

Ortstermin zur Inbetriebnahme des neuen Sprinti (von links): Godehard Kraft, Denise Hain, Olaf Kruse, Ulf-Birger Franz und Christoph Schemschat. (Foto: Stadt Sehnde)

Ersatz für Linienverkehr und Ruftaxi jetzt verfügbar

Höver (r/gg). Es ist eine recht exklusive Einrichtung und hat einen niedlichen Namen: Sprinti heißt der neue Bus, auf den man nicht wartet, sondern den man bestellt. Sehnde wurde von der Regionsverwaltung zum Ausprobieren des neuen Konzepts auserkoren, nur zwei weitere Kommunen, Garbsen und Wedemark, sind ebenso privilegiert. An der Höverschen Haltestelle Gretlade gab es in der vorigen Woche einen Ortstermin zum Start des Sprinti-Angebots. Regionsdezernent Ulf-Birger Franz und Denise Hain, Vorstand Betrieb und Personal der ÜSTRA kamen zur Inbetriebnahme. Seitens der Sehnder Stadtverwaltung waren Bürgermeister Olaf Kruse, Fachdienstleiter Godehard Kraft und Hövers Ortsbürgermeister Christoph Schemschat dabei. In Sehnde soll das Linien- und Ruftaxiangebot auf den Linien 371 und 372 werktags ab 17 Uhr sowie am Wochenende ganztägig durch den Sprinti, also den Kleinbus in Rufbereitschaft, ersetzt werden.
Für den Stadtteil Höver freut sich Ortsbürgermeister Christoph Schemschat ganz besonders über eine Erweiterung des Angebotes und die Möglichkeit Fahrten mit dem Sprinti in den benachbarten Lehrter Stadtteil Ahlten, mit S-Bahn-Station und Einkaufsmöglichkeiten vor Ort, zu buchen.
Der Sprinti ist über die GVH App buchbar. Es gibt keinen Fahrkartenverkauf im Fahrzeug. Das Angebot gilt einheitlich und ganztägig: Montag bis Freitag von 6 bis 1 Uhr , Samstag und Sonntag von 8 bis 1 Uhr. Nachts von Freitag auf Samstag und von Samstag auf Sonntag zusätzlich von 1 bis 4 Uhr. Fünf Fahrzeuge stehen in Sehnde zur Verfügung. Eine spätere Umstellung auf E-Fahrzeuge ist angedacht. Ziel bleibt grundsätzlich, die Hauptachsen von Bus und Bahn zu erhalten und zu stärken. Jedoch sollen mit dem Sprinti auch die Zwischenräume erschlossen werden. Neben den vorhandenen Haltestellen werden zahlreiche virtuelle Haltestellen eingerichtet. Dadurch verkürzen sich die Zu- und Abwege für die Nutzer gegenüber dem heutigen öffentlichen Nahverkehr erheblich. Eine umfassende Barrierefreiheit ist sichergestellt. Der so genannte neue On-Demand-Verkehr wird in den Tarif integriert und die Buchungen sind mit der GVH-App möglich.
Die Dauer des Probebetriebs ist für maximal dreieinhalb Jahre mit einer vorzeitigen Ausstiegsklausel vorgesehen. Der Probezeitraum sollte zum Fahrplanwechsel enden, damit die Verkehrsunternehmen den Normalbetrieb wiederaufnehmen können.
Die Regionsverwaltung bemühe sich um die Akquise von Fördermitteln, beispielsweise über das Förderprogramm des Bundes zur Digitalisierung von Verkehrssystemen, so die aktuelle Mitteilung. Der Basisfördersatz würde hier 50 Prozent betragen, ist in die Kostenkalkulation schon vorab und optimistisch aufgenommen worden. Rahmenwerte für die täglich zu erwartenden Fahrgäste wurden prognostiziert, auf einen Jahreswert hochgerechnet und mit dem durchschnittlichen Erlös für einen Linienbeförderungsfall aus dem vorigen Jahr multipliziert. Daraus ergebe sich die Spanne der zu erwartenden Einnahmen von 520.000 bis 700.000 Euro pro Jahr, so die Mitteilung. Die Regionsverwaltung betont, dass es sich um einen Transformationsprozess handele: „Das neue Angebot soll bestehende Angebote ersetzen. So wird derzeit noch geprüft, welche Betriebsleistungen des bisherigen Angebotes reduziert werden können.“ Es gebe eine Unsicherheit in der Nachfrageprognose. Die geplanten Kosten sind für die Folgejahre, ab 2022, mit jeweils 3,2 Millionen Euro für drei Kommunen mit 20 Sprinti-Kleinbussen geplant.