Klärungsbedarf festgestellt

Bürgermeister erklärt Sachstand Sehnde-Ost

Sehnde (gg). "Was bleibt ist eine Eskalation im Gespräch, die es zu klären gilt", schreibt Bürgermeister Olaf Kruse nach dem Informationsabend für Bürger zum Thema Gewerbegebiet Sehnde-Ost, der am Montag auf dem Gutshof in Rethmar in Präsenz und Online von der Stadtverwaltung geboten wurde. Es geht um "die inhaltliche Umsetzung einer geplanten Ansiedlung des Logistikers Delticom", für den die Hannover Region Grundstücksgesellschaft (HRG) von der Stadt Sehnde die entsprechende Ackerfläche gekauft hat. "Wir gehen jetzt mit der HRG und dem Investor zu diesem Thema in das Gespräch und werden dann umgehend die Politik und die Bevölkerung informieren", so die Mitteilung des Bürgermeisters. Hintergrund ist eine überraschende Wende. Während des Info-Abends seien neue Aspekte zum geplanten Logistikbau der Engler Immobilien Gruppe bekannt geworden, die der Verwaltung so noch nicht bekannt gewesen seien, klärt Olaf Kruse auf und schreibt: "Bisher war bei der Projektvorstellung die Rede vom geplanten Neubau für den Firmensitz der Delticom AG. Es wurden Zahlen, Daten, Fakten und Pläne gezeigt, aber es wurde nicht deutlich, dass neben Delticom noch weitere Mieter die Logistikhallen nutzen werden." Am Abend zur Sprache gekommen sei erstmalig, dass es zu einer Logistik-Untervermietung kommen soll, was der Bürgermeister als "mehr als überraschend" kommentiert. Er betont: "Der für die Öffentlichkeit entstandene Eindruck, dass manipulativ Daten zurückgehalten werden, ist nicht richtig."
Zum formellen Hintergrund informiert der Bürgermeister: "Die Entscheidung zur Entwicklung der Gewerbefläche in Sehnde Ost wurde im Dezember 2018 einstimmig in den politischen Gremien gefällt. In den Folgejahren folgten die verfahrensgemäßen Beteiligungen, Anhörungen und Detailbeschlüsse. Es handelte sich in der gesamten Verfahrenszeit um ein öffentliches, den gesetzlichen Regeln folgendes Verfahren, mit Beteiligungen, Veröffentlichungen und Auslegungen."
Nun sei allerdings klar geworden: "Die aktuelle Situation und der Unmut vieler Sehnder, die sich unzureichend informiert und nicht mitgenommen fühlen, haben aber gezeigt, dass wir als Stadtverwaltung neue und andere Wege der Information nutzen müssen, um transparenter zu werden", schreibt der Bürgermeister.
Seine Zusammenfassung zum Infoabend: "Die Beschwerden, Fragen und Gründe der Ablehnung rund um das Projekt Gewerbegebiet Sehnde Ost teilen sich in unterschiedliche Gruppen auf und gehen von der Ablehnung einer Logistikansiedlung über ein Gewerbegebiet nur für mittelständische (Handwerks-)Betriebe bis hin zur kompletten Ablehnung eines Gewerbegebietes und einer Versiegelung der Flächen. Hier muss man natürlich unterscheiden, und ich kann eine Vielzahl der eingebrachten Fragen und Anmerkungen nachvollziehen."
Einer Petition von Bürgerinnen entsprechend, der Marktspiegel berichtete, wird eine kleinteilige Ansiedlung von Gewerbe gefordert. Bürgermeister Olaf Kruse meint, dass dies aufgrund der aufwändigen Erschließungsarbeiten nicht möglich sei. Alle Verfahrensschritte sind auf der Internetseite www.sehnde.de unter den Stichwörtern Bauleitplanung, Stadtplan und Politik einsehbar.