Im Lauf-Marathon durch Wien und seine Schönheiten

Bernd Miehe mit der Teilnehmer-Medeaille des Wien-Marathons. (Foto: MTV Rethmar)

Bernd Miehe vom MTV Rethmar beschreibt Läufer-Einsamkeit

SEHNDE/RETHMAR (r/kl). Eine ganz besondere Laufreise unternahm jetzt MTV Rethmar-Läufer Bernd Miehe: Mit einem Lauffreund fuhr er in die österreichische Hauptstadt Wien, um dort am diesjährigen „29. Vienna City Marathon“ teilzunehmen.
Über zwölf Wochen hatten sich Miehe und sein Laufpartner auf diesen besonderen Marathon in der Hauptstadt der Alpenrepublik vorbereitet. Gemeinsam trainierten sie wochenlang nach einem für sie persönlich abgestimmten Laufplan, um sich auf diesen Jahreshöhepunkt vorzubereiten. Leider verletzte sich Bernd Miehes Mitläufer Marco Mitte Februar bei einem Skiurlaub in Südtirol, so dass sich der Rethmarer nun, ohne sportliche Begleitung, auf die 42.195 Meter durch die österreichische Hauptstadtmetropole machen musste. Allerdings ließ es sich der Lauffreund Marco nicht nehmen, ihn auf der Marathonstrecke tatkräftig zu unterstützen.
Die überaus sehenswerte Laufstrecke führte an allen Sehenswürdigkeiten vorbei, für die die österreichische Hauptstadt bekannt ist. Gleich nach dem Start ging es über die Reichsbrücke, die hier über die Donau führt. Kurz danach, zwischen km 2 bis 3, kam dann auch schon eine der großen Sehenswürdigkeiten der österreichischen Hauptstadt in Sicht. Der Lauf führt nämlich direkt am Wiener Prater, mit dem weltberühmten Riesenrad vorbei.
Aber Bernd Miehe würdigte den Sehenswürdigkeiten in diesem Moment nur wenige Blicke, konzentrierte er sich doch ganz auf seinen Lauf. Nach knapp einem Drittel der Laufstrecke kam er bei km 16 an Schloss Schönbrunn vorbei, eines der schönsten Schlösser Österreichs. Weitere 16 Kilometer weiter, war er am Wiener Sportstadion, dass den Namen eines berühmten österreichischen Fußballtrainers trägt, der auch bei uns in Norddeutschland wohl bekannt ist. Der ehemalige Erfolgstrainer des Hamburger Sportveinens (HSV) in den 80iger Jahren, Ernst Happel, ist Namensgeber dieses Stadions.
Jetzt waren es für Bernd Miehe nur noch knapp 10 Kilometer. Voller Sehnsucht blickte er in die Ferne und sucht die Umrisse des Stephansdom, in deren Nähe sich das Ziel befindet. Marathonläufer kennen dieses Gefühl, dass sich auf den letzten Kilometern einstellt. Jeder Schritt wird gezählt, jeder Schritt, der einen dem Ziel näher bringt. Die Suche nach den Kilometerschildern steht jetzt im Vordergrund. Km 38, km 39, km 40, ach wie ist das schön. Die letzten beiden schaffe ich auch noch. Schon hier stehen die Zuschauer zu tausenden und beklatschen die Läufer und rufen ihnen Ermunterungen zu.
Und dann kommen sie, km 41 und dann die heiß ersehnte 42. Jetzt sind sie da, die allerletzten 195 Meter, die einem Langstreckenlauf zu einem„ echten Marathon “ machen. An hunderten von Zuschauern vorbei geht es über den roten Teppich dem Zielbogen entgegen. Noch 10 m, noch 5 m, noch 4,3,2,1 m und dann die Ziellinie. Der letzte Schritt ins Marathonglück.
Bernd Miehe hat es geschafft, in 4 Stunden, 22 Minuten und 4 Sekunden hat er den "29. Vienna City Marathon" bewältigt. Dabei belegte er in seiner Altersklass M 45 den 716. Platz von 856 Teilnehmern und wurde in der Gesamtwertung 3.939ter der Männerwertung von insgesamt 4.852 gestarteten Männern.