Hohe Impfbereitschaft notiert

Zentraler Anlaufpunkt: Das Dorff-Gemeinschaftshaus, das zum Impfzentrum umfunktioniert wurde. (Foto: Klinikum Wahrendorff/Martin_Bargiel)

Dorff-Gemeinschaftshaus bewährt sich

Köthenwald (r/gg). Noch ist kein Impfende, aber das Klinikum Wahrendorff meldet einen Zwischenstand aus dem eigenen Impfzentrum: Die Schwelle von 1.500 Zweitimpfungen ist überschritten. Geschäftsführer Holger Stürmann freut sich über die hohe Impfbereitschaft und die starke Organisation. Er sagt: „Nächste Woche werden wir ein Gesamtfazit ziehen. Aber 1.500 erfolgreiche Zweitimpfungen im laufenden Betrieb, das ist eine enorme Leistung des Impfteams und aller Organisatoren.“ Die Erstimpfungen wurden mit Astra Zeneca vorgenommen, dann kamen die sich zwischen Erst- und Zweitimpfung veränderten Empfehlungen zu den einzelnen Impfstoffen. Dadurch war zu einem sehr großen Teil neu aufzuklären, bevor die Zweitimpfungen auf Basis drei verschiedener Impfstoffe durchgeführt werden konnten.
„Mein Dank gilt allen bisher an der Impfaktion Beteiligten in dieser großen logistischen Herausforderung“, so Holger Stürmann. „Die Mitarbeiter des Klinikums arbeiten in der Klinik und im Heimbereich in sehr sensiblen Bereichen und haben in der gesamten Zeit der Corona-Pandemie große Verantwortung übernommen.“ Das zeigte sich neben der hohen Impfbereitschaft auch in einer weiteren Aktion. Beginnend mit den Zweitimpfungen hatte das Norddeutsche Knochenmark- und Stammzellspender-Register (NKR) Typisierungssets vor Ort zur Verfügung gestellt, um passende Stammzellspender für Blutkrebspatienten zu finden. „So konnten Typisierungen zusätzlich auf den Weg gebracht werden, wobei erfreulich anzumerken ist, dass ein hoher Anteil an Mitarbeiter schon bereits vorher über die Stammzellspenderdatei DKMS oder NKR typisiert worden ist“, berichtet Christian Tettenborn, stellvertretender ärztlicher Direktor und Leiter des Impfzentrums im Klinikum.
NKR-Leiterin Marlena Robin-Winn bedankt sich ausdrücklich bei dem Klinikum Wahrendorff für diese Unterstützung. Sie sagt: „Wir setzen uns dafür ein, dass Blutkrebspatienten eine Stammzellspende eines genetischen Zwillings bekommen und ihre Krankheiten besiegen können. Nun können seit Beginn der Pandemie aufgrund der Abstands- und Hygieneregeln keine großen öffentlichen Aktionen zur Spenderregistrierung stattfinden. Bereits im Jahr 2020 ließen sich daher 40 Prozent weniger Neuspender in Deutschland im Jahr 2020 typisieren. Das hat dramatische Folgen für Blutkrebspatienten. Denn die Wahrscheinlichkeit, passende Lebensretter zu finden, sinkt.“
Die Struktur des „Dorffes im Klinikum Wahrendorff" mit dem zentralen „Dorff-Gemeinschaftshaus“ (DoG) und der aktiven Rolle im Stadtleben von Sehnde habe sich auch in Pandemie-Zeiten bewährt, so die Mitteilung der Geschäftsführung. An einzelnen Tagen hat das Klinikum Wahrendorff seine Räume der Stadt Sehnde für die priorisierten Impfgruppen (Erzieherinnen und Erzieher, Schulmitarbeitende, Feuerwehrleute) zur Verfügung gestellt, so dass hier auch engmaschig durchgeimpft werden konnte.