Hilfe für die heimischen Vögel

In einer Gemeinschaftsarbeit von Nabu und Flüchtlingshilfe wurden Nistkästen zusammengebaut. (Foto: Holger Klinkert)

Nabu und Flüchtlingshilfe bauen Nistkästen

SEHNDE (r/gg). Ehrenamtliche aus dem Nabu-Ortsverein und der hiesigen Flüchtlingshilfe haben in einer gemeinsamen Aktion Nistkästen gebaut. "Das ist praktischer Naturschutz, an dem alle teilnehmen können", so die Nachricht von Nabu-Sprecher Holger Klinkert. Bekannt ist, dass es für Vögel immer schwieriger wird, leicht zugängliche Brutplätze zu finden. Mit der unterdurchschnittlichen Bewaldung und der Abdichtung der Häuser sind Nistkästen dringend nötig für das Überleben einiger Arten.
In der Fahrradwerkstatt in Rethmar wurden die von Karl-Heinz Reinsch von der Flüchtlingshilfe und Henning Wiegels von den Naturfreunden professionell zugeschnittenen Bauteile für Höhlenbrüter- und Halbhöhlenbrüternistkästen an einem Nachmittag bei gutem Wetter zusammengeschraubt. Es fanden sich interessierte Nabu-Mitglieder und viele Geflüchtete zusammen und machten sich nach kurzer Einweisung eifrig ans Werk. Besonders die vielen Kinder erlebten hautnah, dass praktischer Naturschutz vor der eigenen Haustür beginnen kann. Die Kohlmeise, eine der Vogelarten, die die Nistkästen nächstes Jahr für ihre Brut benutzen werden, lebt auch in der syrischen Heimat einiger Geflüchteter. Andere Vogelarten wie der Hausrotschwanz, die Blaumeise und Rotkehlchen sind in Teilen der Stadt noch häufig, aber die Grauschnäpper, die Halbhöhlennistkästen nutzen sind selten zu sehen.
"Wer einmal einen Nistkasten gebaut und aufgehängt hat, wird erkennen, dass der Bau von Nisthilfen nur ein erster, kleiner Schritt ist", so die Nachricht von Holger Klinkert. Die Bedrohung von Vögeln, Natur und Umwelt erfordere weitergehende Schritte. Die Natur müsse in Gärten, Wälder, Städte und Dörfer zurückgebracht werden, damit Vogel-, Natur- und Umweltschutz langfristig auch dem Menschen dient und nutzt, so sein Hinweis. Gerade Gartenfreunde könnten einiges dazu beitragen. Holger Klinkert schreibt: "Naturnahe Brutstätten finden Vögel überall dort, wo es im Garten ein wenig unordentlich ist. Alte, morsche Bäume, abgestorbene Äste, Hecken, Wildnisecken und der Verzicht auf Gift gehören bei einem lebendigen, naturnahen Garten dazu."
Weitere Informationen gibt es unter E-Mail NABU-OG-Sehnde@gmx.de.