Gruppe erkundet den Ambergau

Die Marienkapelle bei Schloß Söder war Teil des Tagesprogramms der Sehnder Heimatbund-Gruppe. (Foto: Privat)

Studienfahrt des Sehnder Heimatbunds

SEHNDE (r/gg). Zwei Dutzend Heimatfreunde brachen auf, um den herbstlichen Ambergau rund um Bockenem und den südöstlichen Landkreis Hildesheim zu erkunden. Nach einem rustikalen Mittagessen im „Landhaus am Sonnenberg“ war die Marienkapelle bei Schloß Söder das erste Exkursionsziel. Die Kapelle wurde 1862 vom Schloßherrn Andreas Graf zu Stolberg als Ersatz für die Schloßkapelle gebaut, die nun protestantisch geworden war. „Diese Kapelle ist neben Germershausen im Eichsfeld die einzige Marienwallfahrtstätte im Bistum Hildesheim“ erläuterte der Heimatbund-Vorsitzende Heinz-Siegfried Strelow den Sehndern. In ihrem Innern beherbergt sie einige kostbare Gemälde aus der berühmten Galerie, die der Schloßherr Moritz von Brabeck Anfang des 19. Jahrhunderts zusammengetragen hatte.
Weiter ging die Studienfahrt nach Mechtshausen, wo der Zeichner Wilhelm Busch seine letzten Lebensjahre verbrachte. In dem kleinen Museum erfuhren die Sehnder interessante Details aus den letzten Lebensjahren des Künstlers, der bewußt die Zurückgezogenheit liebte, in dem Pfarrhaus seiner Verwandten nur zwei Kammern besaß und beispielsweise an seinem 70. Geburtstag Reißaus vor den eintreffenden Gästen und Fans nahm.
Nach guter Stärkung in dem ländlichen Hofcafé „Zum Alten Gustav“ in Hary bildete das Turmuhren-Museum in Bockenem die letzte Etappe der Rundfahrt. In dem Museum, direkt am Marktplatz neben der Pankratiuskirche gelegen, erfuhren die Heimatbündler von Holger Pieper viel Interessantes über die weltberühmte Turmuhrenfabrik und Glockengießerei J.F. Weule, die ihre Objekte in viele Kontinente lieferte. Über 40 funktionsfähige Turmuhren haben in dem heimatkundlichen Museum ihren Platz gefunden.