Grüne in Sehnde fordern Konsequenz in der Energiepolitik

Das „Grüne Sofa“ des Landtagsabgeordneten (v.l.) Enno Hagenah auf dem schattigen Marktplatz (mit Regionskandidat Andreas Litzke aus Laatzen und der Sehnder Vorsitzenden Angelika Thomaier darauf) brachte – wie die grüne Erklärung zum Besuch des Ministerpräsidenten – noch einmal „Farbe“ in den Sehnder Wahlkampf. (Foto: Walter Klinger)

Sehnder CDU antwortet: „Bei der Energiepolitik haben wir unsere Hausaufgaben gemacht!“

SEHNDE (r/kl). Zum Ende des Wahlkampfes noch einmal ein aktuelles Diskussionsthema auf die Tagesordnung gesetzt haben in einer gemeinsamen Stellungnahme aus Anlass des Besuches von Ministerpräsident David McAllister am Dienstag in Sehnde-Rethmar die Grünen Sehnde und Laatzen. Sie forderten die CDU zu einem konsequenteren Handeln in der Energiepolitik auf. Dieses gelte fürs Land
genauso wie für die Kommunen.
„Für seine Aussage ‚Atomkraft hat keine Zukunft‘ verdient der Ministerpräsident unsere volle Unterstützung!“, betont Angelika Thomaier, Vorsitzende der Grünen in Sehnde, in Anspielung auf eine Äußerung McAllisters in der Süddeutschen Zeitung. „Aber ein ernst gemeinter Atomausstieg fängt vor Ort an. Wir brauchen dafür ein Umdenken der Politik auch in den Kommunen. Dieses hat jedoch nach meiner Erfahrung gerade bei der CDU noch nicht wirklich begonnen.“
Andreas Litzke, Regionskandidat der Grünen für Laatzen-Pattensen-Sehnde, ergänzt:
„Energiewende und Klimaschutz gehören untrennbar zusammen. Wir brauchen keine neuen Kohlekraftwerke, wenn wir Atomkraftwerke abschalten. Wir brauchen vielmehr in unseren Städten und Gemeinden den Ausbau von Blockheizkraftwerken, von Solaranlagen, von Wärmedämmung und eine konsequente Energieberatung. Das heißt für uns aber gleichzeitig, Betreiber von Kohle- wie von Atomkraftwerken sind keine glaubwürdigen Partner der Kommunen für einen nachhaltigen Klimaschutz!“
Thomaier und Litzke wollen sich in ihrer kommunalpolitischen Arbeit nach den Wahlen am kommenden Sonntag zusammen dafür einsetzen, dass die Vorhaben in ihrer Region dem Klimaschutz und der Energieeinsparung gerecht werden. Sie sehen auf diesem Felde durchaus Möglichkeiten der engeren Kooperation gerade zwischen Laatzen und Sehnde.

Sehnder CDU antwortet: „Bei der Energiepolitik haben wir unsere Hausaufgaben gemacht!“
Energiewende zu BHKW, Solar und „atomfreiem“ Strom ist in Sehnde schon vollzogen
SEHNDE (r/kl). Die Kritik der Grünen zur Energiepolitik in Sehnde greift nach Ansicht des CDU Stadtverbandes ins Leere. In einer gemeinsamen Stellungnahme hatten die Grünen aus Sehnde und Laatzen die CDU zu einem konsequenteren Handeln aufgefordert. „Dabei hat die CDU-geführte Ratsmehrheit schon längst umgesetzt, was die Grünen jetzt einfordern,“ meint dazu die CDU.
„Gefordert wird der Ausbau von Blockheizkraftwerken (BHKW) – wir haben ein solches BHKW in der KGS Sehnde über ein Energiesparcontracting umgesetzt. Auf dem Dach der KGS befindet sich eine der ersten Solaranlagen in der gesamten Region und auf anderen Sehnder Gebäuden haben die städtischen Gesellschaften weitere Anlagen installiert.
Mithilfe der Gelder aus dem Konjunkturpaket haben wir zuletzt rund 840.000 Euro in die energetische Sanierung von Schulen, Turnhallen und Kindergärten investiert. Außerdem führen Stadt und Stadtwerke gemeinsam Energieberatungen durch. Was die Grünen fordern ist bereits auf den Weg gebracht oder sogar schon umgesetzt“ erläutert der CDU-Bürgermeisterkandidat Carl Jürgen Lehrke.
Ebenso sei der Sehnder Grünen-Vorsitzenden Angelika Thomaier und dem Grünen Regionskandidaten Andreas Litzke wohl entgangen, dass die Stadt Sehnde schon längst den Atomausstieg beschlossen hat. Die Straßenbeleuchtung läuft bereits mit Ökostrom und auch der restliche Strombedarf wird nach Auslaufen der bestehenden Verträge zum Jahreswechsel komplett aus alternativen Energieträgern gespeist.
„Frau Thomaier und Herr Litzke haben sich nicht die Mühe gemacht, sich mit den Sehnder Gegebenheiten zu beschäftigen. Am 30. August hat die Stadt einen öffentlichen Workshop zum kommunalen Klimaschutzprogramm veranstaltet. Bei dieser Gelegenheit hätten sie sich über die Fakten informieren und ihre Ideen einbringen können. Leider konnte ich keinen von beiden Grünen-Politikern bei dieser Veranstaltung als Gast begrüßen“ erklärt Carl Jürgen Lehrke.
Der CDU-Vorsitzende Jens Lüders ergänzt: „Ich würde mir wünschen, dass sich die Grünen mit den Fakten beschäftigen und nicht nur Parolen verbreiten. Für mich ist das der Versuch, aus der derzeitigen Anti-Atomstimmung in der Bevölkerung Kapital für den Kommunalwahlkampf zu schlagen. Das ist ein durchsichtiges Manöver und zudem noch in der Sache am Thema vorbei, weil die Faktenlage in Sehnde eine anders ist, als die Grünen uns das glauben machen wollen.“