Großeinsatz nach Brandstiftung im Klinikum Wahrendorff in Ilten

Mehr als 100 Einsatzkräfte waren bei dem Brand in einem Besprechungsraum im Keller eines Gebäudes im Klinikum Wahrendorff im Einsatz. (Foto: Feuerwehr Sehnde)

40 BewohnerInnen evakuiert – Vier Mitarbeiter mit Rauchgasvergiftung

SEHNDE/ILTEN (r/dik). MitarbeiterInnen im Klinikum Wahrendorff in Ilten hatten in der Nacht zum vergangenen Freitag gen 01.30 Uhr Brandgeruch bemerkt. Sie stellten fest, dass dieser aus einem Besprechungsraum im Keller ihres Gebäudes am Martin-Fischbach-Weg kam und alarmierten umgehend die Rettungskräfte der Feuerwehr.
Mehrere Feuerwehrtrupps unter Atemschutz gingen vor dem Gebäude in Bereitstellung. Der verrauchte Treppenraum wurde mittels Überdruckbelüftung vom Rauch befreit. Parallel hierzu drang ein Löschtrupp unter Atemschutz mit jeweils einem Rohr in den stark verqualmten Kellerbereich vor und suchte die Brandstelle. Die Feuerwehrkräfte fanden in dem Besprechungsraum eine brennende Informationstafel vor, die schnell gelöscht werden konnte.
Aufgrund der großen Anzahl von PatientInnen, die in der Nähe der Brandstelle untergebracht waren, führten die MitarbeiterInnen bereits beim Eintreffen der Feuerwehr BewohnerInnen aus den betroffenen Bereichen, um eine weitere Gefährdung auszuschließen. Mit Hilfe der Feuerwehr-Einsatzkräfte wurden dann insgesamt 40 gehfähige und einige PatientInnen auch liegend evakuiert.
Vier Klinikumsangestellte im Alter von 33, 42, 46 und 48 Jahren erlitten schwere Rauchgasvergiftungen und mussten, nach einer Behandlung durch einen Arzt vor Ort, in Krankenwagen in eine Klinik gebracht werden. Die weiteren Evakuierten wurden zunächst in einem benachbarten Klinikgebäude ärztlich betreut und konnten gegen vier Uhr morgens in weiter vom Brandherd entfernten Räumen untergebracht werden.
Erst gegen 3.22 Uhr konnte der Einsatz beendet werden. Ein Messtrupp der Feuerwehr nahm anschließend im Gebäude Schadstoffmessungen vor. Danach wurde der Kellerbereich komplett gesperrt. Die Ursache für das Feuer ist noch unklar. Nach ersten Schätzungen beträgt der Sachschaden 3.500 Euro. Die Brandermittler der Kriminalpolizei gehen davon aus, dass das Feuer vorsätzlich gelegt wurde. Hinweise auf mögliche Täter gibt es noch nicht.
Im Einsatz waren die Ortsfeuerwehren Bilm, Höver, Ilten und Sehnde sowie sechs Rettungswagen, drei Notarzteinsatzfahrzeuge, der leitende Notarzt und der organisatorische Leiter des Rettungsdienstes mit insgesamt 105 Einsatzkräften.
BILDUNTERSCHRIFT:
Mehr als 100 Einsatzkräfte waren bei dem Brand in einem Besprechungsraum im Keller eines Gebäudes des Klinikums in Ilten beim Löschen, dem Absaugen des Rauches aus dem Treppenhaus, der Evakuierung von Bewohnern und der Versorgung von vier Rauchgasverletzten im Einsatz. Foto: Ffw Sehnde