Große Pläne für die Abgase

Holcim kündigt Forschungstechnik an

Höver (r/gg). Das Zementwerk Holcim hat Mitte Oktober eine Absichtserklärung zur Kooperation mit den Technologie-Entwicklern CPT, Cool Planet Technologies Limited, und Hereon, Helmholtz-Zentrum, geschlossen. Erforscht werden soll die Abtrennung von Kohlendioxid aus den Abgasen der Zementproduktion. Die Aufnahme des Versuchsbetriebs ist für das erste Quartal 2022 geplant. Wenn alles wie geplant läuft, könnten ab dem zweiten Quartal 2023 geschätzte 5.600 Tonnen Kohlendioxid pro Jahr abgeschieden werden. Falls erfolgreich, soll die Anlage in zwei weiteren Phasen, geplant für 2024 und 2026, so erweitert werden, dass 170.000 oder vielleicht sogar 1,3 Millionen Tonnen Kohlendioxid pro Jahr abgetrennt werden können. Die finale Ausbaustufe soll 90 Prozent der Kohlendioxid-Emissionen der Anlage in Höver abtrennen und hochreines Kohlendioxid in flüssiger Form liefern. Was dann damit geschieht, ist noch völlig offen. Die Technologie zur Abtrennung der Abgase sei bereits erfolgreich im Labor und in Pilotstudien in zwei Kohlekraftwerken im Rahmen der vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie geförderten Projekte METPORE II (Förderkennzeichen 03ET2016) und MemKoR (Förderkennzeichen 03ET7064) erprobt worden, so die Holcim-Pressemitteilung Mitte Oktober. Es geht um die Kommerzialisierung: "Die Technologie kann kostengünstig installiert und betrieben werden. Sie ist einfach skalierbar und kann so an vielfältige Anwendungen angepasst werden", so die Pressemitteilung.