Gedenken an die NS-Opfer

Teil der Ausstellung zum Auschwitz-Gedenktag in der KGS. (Foto: Privat)

KGS-Schülerarbeit in drei Ausstellungsbereichen

Sehnde (r/gg). Zum Gedenken an die Opfer des Nationalsozialismus gibt es an der KGS schon seit 2017 jährlich Ausarbeitungen der Schüler. Lena Soltendieck, Jens Wilczek und Dirk Krüger geben einen Rückblick und zeigen die diesjährigen Erfahrungen auf.
So gab es in den Vorjahren Arbeitsgemeinschaften, gebildet aus den Jahrgängen neun bis zwölf und eine einwöchige Studienfahrt zur Gedenkstätte des ehemaligen
Konzentrationslagers Auschwitz-Birkenau. Die Reflexion der Fahrt schlug sich
in Ideen und neuen Exponaten zur ersten Ausstellung an der KGS im Januar 2020 nieder, und die Ausstellungswoche wurde mit geladenen Gästen eröffnet. Die zentrale
Gedenkveranstaltung zum 27. Januar 2021 musste Corona bedingt online stattfinden. "Es zeigten sich nicht überwindbare Schwierigkeiten, einem so emotionalen historischen Ereignis einen angemessenen digitalen Rahmen zu geben", so der Schülerbericht. Mit Hilfe einiger früherer AG-Teilnehmer wurde für die diesjährige Ausstellung die vordere Hälfte des zweiten Stockwerks des W-Trakts in vier Bereichen ausgestattet: Im Eingangsbereich der Flurs haben die Darstellungen zur nationalsozialistischen Ideologie und ihr heute noch anzutreffender Sprachgebrauch Platz gefunden. Außerdem sind Fotowände zu früheren Studienfahrten nach Auschwitz aufgestellt worden, und eine Sitzecke bot Raum zur Reflexion und zum Hinterlassen einer persönlichen Nachricht. Ein Raum dokumentierte die Geschichte des Judentums, gab Einblicke in Kultur und Gesellschaft und die Auseinandersetzung der zweiten Generation mit der Verarbeitungsweise der ersten. Ein weiterer Raum zeigte die Erinnerungskultur anhand diverser Portraits von Gedenkstätten, Kunstaktionen - wie die der Stolpersteine - sowie Biografien von Überlebenden und Gerechten unter den Völkern. Ein dritter Raum schließlich beleuchtete das Lager Auschwitz von verschiedenen Seiten her: Ort, Gelände, Planung, Gebäude, Erbauung und Nutzung zur industriellen Vernichtung. Fazit der Schüler: "Die Besucher des neunten Jahrgangs und solche, die vereinzelt vorbeischauten, erfuhren in teils drastischen Fotografien, beklemmenden Zeichnungen, unfassbaren Zahlen und bestürzenden Berichten die Begründung zu dem, was den Philosophen Theodor
Adorno als zentrales Postulat an "Erziehung nach Auschwitz" im Jahr 1966 formulieren
ließ, nämlich ´die Forderung, dass Auschwitz nicht noch einmal sei, ist die allererste an Erziehung` (Zitat www.erinnern.at)."
In der Nachlese sollen die zahlreichen Erinnerungs- und Kommentarzettel der Schüler gesichtet werden. Die Beschreibung der Schüler dazu: "Sie geben letztlich dem Worte, was während der Ausstellung in ganz individuellen Reaktionen alles zu beobachten gewesen war: Aufmerksamkeit, Irritation, Bestürzung, Fassungslosigkeit und auch Fluchtreaktionen, bewusste Verdrängung oder Überspielung. So vielschichtig das Thema, so vielschichtig war auch diesmal wieder die Konfrontation damit."