Fortschritte trotz vieler Einschränkungen

Jahresrückblick der hieisgen Feuerwehr

Sehnde (r/gg). Das Jahr 2020 hat auch die Freiwilligen Feuerwehren der Stadt vor besondere Herausforderungen gestellt. Einerseits waren die Ortsfeuerwehren mit den Einsatzabteilungen, den Kinder- und Jugendfeuerwehren, den Musikzügen und den Alters- und Ehrenabteilungen wie alle anderen Verbände, Institutionen und Vereine von den Kontaktbeschränkungen betroffen. Andererseits mussten die Einsatzabteilungen trotzdem die ständige Einsatzbereitschaft sicherstellen. Eine Reihe von Maßnahmen hat geholfen, dieses Ziel zu erreichen, was aber nur durch die konsequente Unterstützung aller Aktiven möglich war - so der Jahresrückblick von Stadtbrandmeister Jochen Köpfer. Der Ausbildungsbetrieb in den Ortsfeuerwehren musste sehr stark eingeschränkt werden. Letztlich wurde er ganz eingestellt, was insbesondere in Bilm, Rethmar und Klein Lobke - wo neue Einsatzfahrzeuge in Dienst genommen wurden - ganz besondere Anforderung an die Führungskräfte der jeweiligen Ortsfeuerwehren stellte. Die Ortsfeuerwehren sind alle einsatzfähig, dennoch ist der wöchentliche Ausbildungsdienst eine tragende Stütze der ehrenamtlichen Arbeit, um die Technik beherrschen zu können. Im Bereich des Atemschutzes mussten neue Wege gegangen werden, um die jährlichen Belastungsübungen unter Atemschutz durchführen zu können.
Zudem wurde der Funkbetrieb auf den Digitalfunk umgestellt, was mit Unterstützung der Funkwerkstatt der Region und aller Ortsfeuerwehren gelang.
Die Zahl der Aktiven in der Einsatzabteilung bliebt knapp unter 600. Nach der Mitgliederwerbung endete das Jahr 2019 mit 586 Kameraden, davon 510 Männer und 76 Frauen. Zum Ende des Jahres 2020 waren es 590 Kameraden, davon 513 Männer und 77 Frauen. Bei den Jugendfeuerwehren wurde der Mitgliederbestand von 162 Kindern und Jugendlichen gehalten. Es gab lediglich eine leichte Verschiebung in der Geschlechteraufteilung zugunsten der Mädchen - 107 Jungs und 55 Mädchen. Die Mitgliederzahl in der Kinderfeuerwehr sank im vergangenen Jahr: von 149 (93 Jungs, 56 Mädchen) auf 120 (73 Jungs, 47 Mädchen). Auch bei den Feuerwehrmusikern in den Musikzügen Evern und Wassel gab es einen minimalen Rückgang von 36 auf 35.
Im Bereich des Einsatzgeschehens entstand während der Pandemie teilweise der Eindruck, dass es richtig ruhig geworden ist. Nach Auswertung der Einsatzzahlen sieht es aber anderes aus: die Gesamtzahl der Einsätze stieg von 192 auf 207. Dies waren 53 (Vorjahr 57) Brandbekämpfungen, 92 (97) technische Hilfeleistungen, 53 (25) Fehlalarme und 9 (13) Unterstützungseinsätze in benachbarten Kommunen oder Landkreisen. Auffällig hierbei ist die hohe Zahl der Fehlalarme, die sich mehr als verdoppelt haben. Vermutlich auch eine Folge der Pandemie, dass die Anzahl der Fehlalarme wegen Rauchwarnmeldern von fünf auf neun stieg. "Die Bürger waren einfach viel mehr zu Hause als sonst und haben eher bemerkt, dass der Rauchwarnmelder beim Nachbarn piept. Ebenso ist die Steigerung der Türöffnungen wegen hilfloser Personen von 11 auf 19 vermutlich der vermehrten Anwesenheit der Bürger zu Hause zuzuschreiben", berichtet Feuerwehr-Sprecher Tim Herrmann. Viele Einsätze waren auch in der Pandemie personalaufwändig und mit hohem Arbeitsaufwand verbunden. Zusätzlich musste auf Hygieneregel geachtet werden und die Reinigung von Gerätschaften und Fahrzeugen verlangte zusätzliche Arbeit von den Mitgliedern und den städtischen Bediensteten. "Auf der kameradschaftlichen Seite wurde den Freiwilligen Feuerwehren durch die Pandemie 2020 ganz viel genommen", so der Jahresbericht. Nicht nur die fehlenden Übungsdienste und Gruppenabende seien ein tiefer Einschnitt. "Insbesonders verdiente Kameraden, wie Karsten Isler aus Dolgen und Andreas Neuse aus Ilten, die ihren Ortsfeuerwehren über 18 Jahre vorstanden, oder Thomas Grun aus Müllingen, in dessen Amtszeit die Fusion der Ortsfeuerwehren Müllingen und Wirringen gelungen ist, konnten aus ihren Ämtern nicht angemessen verabschiedet und andere verdiente Kameraden auf ihrem letzten Weg begleiten werden", so das Fazit. Trotzdem seien alle Aufgaben, die an die Feuerwehren gestellt wurden, gut gemeistert worden. "Gerade diese erfolgreiche Bewältigung aller pandemiebedingten Herausforderungen trotz aller Widrigkeiten macht Stadtbrandmeister Jochen Köpfer Stolz auf seine Kameraden in der Freiwilligen Feuerwehren der Stadt Sehnde", so der Bericht von Feuerwehr-Sprecher Tim Herrmann.