Formelle Anfrage sorgt für Aufregung

Etwa 45 Mitglieder der Schützengesellschaft trafen sich spontan auf dem Schützenplatz in Höver und ließen sich vom Vereinsvorsitzenden Wolfgang Großmann (vorne Mitte mit grüner Jacke) über den Sachstand informieren. (Foto: Privat)

Wohnbebauung des Schützenplatzes in Erwägung, Ortsbürgermeister Christoph Schemschat warnt vor Stimmungsmache

HÖVER (r/gg). Aus einem Telefonat von Bürgermeister Olaf Kruse hat sich eine in der Schützengesellschaft interne Aufregung entwickelt: "Der Vorsitzende des Realverbandes Höver, Friedrich Ostermeyer, ist von Bürgermeister Olaf Kruse gefragt worden, ob der Realverband seinen Anteil des höverschen Schützenplatzes an der Bilmer Straße verkaufen würde. Der Stadtverwaltung läge eine Anfrage zur Bebauung des Schützenplatzes vor, um Wohnraum für Mitarbeiter von höverschen Firmen zu schaffen", so die Erklärung von Ulf Schärling, Sprecher der Schützengesellschaft. Der Schützenplatz in Höver ist jeweils in etwa zur Hälfte im Besitz der Stadt Sehnde und des Realverbandes Höver.
Friedrich Ostermeyer habe berichtet, so Ulf Schärling weiter, dass der Vorstand des Realverbandes sich gegen die Bebauung des Schützenplatzes ausgesprochen habe, da er die Aufgaben des Realverbandes darin sehe, die höverschen Bürger und Vereine zu unterstützen. Mit der Verpachtung der Realverbandsfläche an die Schützengesellschaft werde ein ortsprägender Verein unterstützt und ein Schützenfest in unmittelbarer Ortsnähe erst möglich. Derzeit gebe es keine Not, Mitarbeitern von Firmen eine Wohnung anzubieten, denn Wohnungsbau werde an der Südwiese und an der Bilmer Straße werde realisiert. Ein großes Neubaugebiet hinter dem Güldenbuschweg steht in Aussicht.
Der Vorsitzende der Schützengesellschaft Höver, Wolfgang Großmann, sei von der Anfrage überrascht worden. Ulf Schärling teilt mit: "Auch wenn es sich nur um eine Anfrage handelt, muss aus Sicht der Schützen klargestellt werden, dass Überlegungen zur Bebauung des Schützenplatzes nicht weiterverfolgt werden dürfen. Durch eine Bebauung ist die Durchführung des sehr beliebten höverschen Schützenfestes am bisherigen Standort nicht mehr möglich. Ein Schützenfest lebt von der Akzeptanz der Bevölkerung und sollte möglichst im Ort stattfinden." Durch eine Wohnbebauung sei auch der Schießbetrieb und die Veranstaltungen im Schützenheim gefährdet. Dieses lägen dann mitten in einem Wohngebiet.
Seit drei Jahren wird das Schützenheim für die Ganztagsschule als Mensa zur Verfügung gestellt. Nach Auskunft der stellvertretenden Ortsbürgermeisterin Elisabeth Schärling habe Bürgermeister Olaf Kruse bereits Auskunft zum Hintergrund gegeben. Der Stadtverwaltung läge das Interesse eines Investors zur Wohnbebauung vor, man stehe allerdings erst ganz am Anfang von Verhandlungen und werde selbstverständlich die vorgesehenen politischen und rechtlichen Prozedere einhalten. Ortsbürgermeister Christoph Schemschat äußert sich noch moderater. Zwar habe es eine Anfrage eines Investors gegeben, ob die Flöäche für Wohnbebauung zur Verfügung stehe, allerdings habe der Anruf von Bürgermeister Olaf Kruse lediglich die Information bezweckt und eine Bitte um Meinungsbildung einbezogen. Christoph Schemschaft schreibt: "Alles Weitere ist derzeit Stimmungsmache."