Ein Verein für zwei Dörfer

Gründungsmitglieder des DorfVereins GutesKlima im Dorf: Frauke Lehrke (oben, von links), Katrin Hauschild, Ortsbürgermeisterin Silke Lesemann, Michaela Oldeweme, Doreen Möhle, Jan Biskup, Silke Gora, Friedrich Bolzum; Sandra Feldmann (unten, von links), Regina Hüttig, Kristina Haack und Anna Juhrs. (Foto: Privat)

Maßnahmen für Klimaschutz im Blick

BOLZUM-WEHMINGEN (r/gg). Ein Verein, der sich um die nachhaltige Dorfentwicklung kümmert – dieser Wunsch wurde in Bolzum und Wehmingen schon seit langem immer wieder laut. Bereits im März kamen daher zwölf Personen zusammen, um dem Nachhaltigkeitsgedanken und dem bereits bestehenden beeindruckenden sozialen und ökologischen Engagement in den beiden Dörfern einen Rahmen zu geben. Sie gründeten den Dorf-Verein „Gutes Klima im Dorf“. Bolzum hatte bereits im vergangenen Jahr von sich reden gemacht. Als eines von bundesweit neun Modelldörfern im Verbundprojekt Gut-Klima erhält der Ort eine vierjährige Förderung des Bundesumweltministeriums, um Klimaschutz verstärkt in das Alltagshandeln zu integrieren und mit nachhaltiger Dorfentwicklung zu verbinden. Bolzum soll Vorreiter und Impulsgeber sein, um in Zusammenarbeit mit der Stadt auch andere Dörfer Sehndes für soziale und ökologische Belange zu motivieren und sich mit ihnen zu vernetzen. Der als gemeinnützig anerkannte Verein soll über das Gut-Klima-Projekt hinaus eine lebendige und aktive Dorfgemeinschaft fördern, traditionsreiche Strukturen erhalten, weiterentwickeln und wiederbeleben. Er festigt und institutionalisiert das Engagement der Bürger, motiviert zu klimabewusstem Verhalten und will Generationenmiteinander verbinden.„Der Dorf-Verein gibt uns die Möglichkeit, langfristig nachhaltige Strukturen in unseren Dörfern zu schaffen, aber er kann und soll auch als Träger für weitere Maßnahmen und konkrete Projekte dienen“, so Frauke Lehrke, erste Vorsitzende des Dorf-Vereins. Eine große Chance bietet hier auch das Klimazentrum Sehnde, für deren Umsetzung die Stadt eine Immobilie in Bolzum gekauft hat. Als Leuchtturmprojekt soll während der Sanierungsphase des Hauses aus dem 18. Jahrhundert praxisnah gezeigt werden, welche Möglichkeiten es zum Beispiel für Hausdämmungen gibt oder wie eine Wärmepumpe funktioniert. Eine große Mitmach-Küche, Reparatur-und Do-it-yourself-Werkstatt, ein voll ausgestatteter Versammlungs-und Seminarraum, Coworking-space, Second-Hand-Shop, Elektro-Drehscheibe oder Bürger-Kneipe –viele Initiativen aus dem Gut-Klima-Projekt, aber auch viele andere Wünsche von Einzelpersonen, Vereinen und anderen Gemeinschaften aus ganz Sehnde können dort verortet werden. „Wir möchten gerne Träger des Klimazentrums werden und erarbeiten momentan ein Nutzungskonzept, um die Stadt zu unterstützen. Wir erhoffen uns hier ein ebenso großes ehrenamtliches Engagement wie bei der Dorfladen-Gründung, denn das Projekt hat einen ähnlich hohen Mehrwert als Begegnungsstätte“, meint Anna Juhrs aus Wehmingen, die für Presse-und Öffentlichkeitsarbeit im Verein zuständig ist. Der Dorf-Verein wird zukünftig konkrete Aufgaben übernehmen: Betreuung des Klimazentrums als Anlaufstelle und Treffpunkt für die Entwicklung und Umsetzung nachhaltig orientierter, bürgerschaftlich getragener Projekte vor Ort, Aufbau einer Dorf-Hochschule zur Organisation und Durchführung von zielbestimmenden Seminaren und Angeboten, die der (Weiter-)Bildung oder der Pflege des Brauchtums dienlich sind, Erhaltung und Pflege des Orts-und Landschaftsbildes unter Berücksichtigung ökologischer und kultureller Belange, Aufbau einer Talentbörse als Aktiven-Netzwerk zur Förderung des ehren-amtlichen Engagements zugunsten gemeinnütziger und naturschutzfachlicher Zwecke, Erschließung von Finanzierungs-und Fördermöglichkeiten zur Organisation und Umsetzung von Maßnahmen und Projekten, die soziale, kulturelle oder ökologische Belange in der Dorfentwicklung fördern wie beispielsweise die Einrichtung eines Insekten-Schaugartens, eines Gemeinschaftsgartens oder einer Kinder-Kochgruppe, Aufbau und Pflege einer Organisationstruktur, die die partnerschaftliche Zusammenarbeit mit den Kirchengemeinden und allen anderen Vereinen und Gruppen im Dorf und den umliegenden Orten ermöglicht und fördert, Organisation des Erfahrungsaustausches, der Netzwerkbildung mit anderen Dörfern und Regionen und Bündelung der Interessen hinsichtlich der Umsetzung der Vereinszwecke.
Weitere Mitglieder sind willkommen.Auf einen jährlichen Mitgliedsbeitrag wird verzichtet, lediglich eine einmalige Aufnahmegebühr von zehn Euro wird fällig. Zum Vorstand gehören:  Frauke Lehrke (1. Vorsitzende), Regina Hüttig (2. Vorsitzende), Jan Biskup (2. Vorsitzender), Katrin Hauschild (Schriftführerin), Friedrich Bolzum (Kassenwart), Kristina Haack und Anna Juhrs.