Die Aktionen des Sehnder Präventionsrates gegen Gewalt an Frauen kamen gut an

Unterstützt wurde das Projekt auch von der Landschlachterei Hanke. Hier überreichte, unterstützt von den Fleischereifachverkäufern Pascal Klemke (li.) und Andrea Gallowy (re.) auch der Polizei-Kontaktbeamte Meinhart Schlenker (Mi.) die Karten und Blumen. (Foto: Sabrina Dickhaeuser)
SEHNDE. Mit Postkarten und Blumen hat der Arbeitskreis „gegen häusliche Gewalt“ des Sehnder Präventionsrates am „Internationalen Tag zur Beseitigung von Gewalt gegen Frauen“ einmal mehr dafür Sorge getragen, dass dieses sensible Thema an die Öffentlichkeit herangetragen wird. Ziel war es, Hilfsangebote aufzuzeigen, die auch anonym in Anspruch genommen werden können. Die verteilten Postkarten mit der Aufschrift „Gewaltfrei“, sind dazu mit regionalen Notruf- und Beratungsnummern versehen.
Verteilt wurden die Karten und Blumen unter anderen im Fleischereifachbetrieb Hanke im Einkaufszentrum „Am Park“ in Ilten und ebenfalls im E-neukauf-Markt Sehnde. Auch in der benachbarten Fußgängerzone der Mittelstraße wurden Passanten über das Thema informiert und mit einem Blumengruß, als eines der wohl herzlichsten international geläufigen Kommunikationsmittel, begrüßt. Die Karten sollen die Möglichkeit bieten entsprechend zu reagieren, wenn im engeren Umfeld auffällt, dass Frauen und nicht selten auch Kindern, Gewalt angetan wird.
Nach einem Bericht des Verbundes der Beratungs- und Interventionsstellen für Opfer häuslicher Gewalt in der Region Hannover leben in 55 Prozent der von Gewalt betroffenen Haushalte minderjährige Kinder, die häufig Zeugen häuslicher Gewalt sind. Sie brauchen besondere Unterstützung. Daher sind ein sensibler Umgang und der Hinweis auf anonyme Beratungsmöglichkeiten sehr wichtig.
Die Info-Postkarten wurden ohne Ablehnung entgegen genommen. Viele fanden ähnliche Worte wie Ursula Hüttig aus Bolzum: „Dieses Thema muss schließlich Beachtung finden."
Am „Internationalen Tag zur Beseitigung von Gewalt gegen Frauen" wurde in mehr als 5.000 Standorten ein Zeichen gesetzt. In Hannover hisste Regionspräsident Hauke Jagau, als gemeinsame Aktion mit den regionsangehörigen Städten und Gemeinden, zusammen mit der Regions-Gleichstellungsbeauftragten Petra Mundt vor dem Regionshaus drei Flaggen gegen Gewalt gegen Frauen.
„Gewalt gegen Frauen ist kein Kavaliersdelikt, sondern eine Straftat,“ machte Jagau deutlich. Das sei seit 2002 auch gesetzlich festgeschrieben. Die Region Hannover wolle auch in Zukunft das Frauenhaus sowie die Frauenberatungsstellen finanziell unterstützen.
Jagau erinnerte darüber hinaus daran, dass es nach wie vor eine hohe Dunkelziffer im Bereich häuslicher Gewalt gebe. Viele Opfer schämten sich oder versuchten den Täter oder die Täterin zu schützen. „Das ist traurige Realität. Ich kann Opfer von Gewalt nur ermutigen, sich an die Polizei oder an Beratungsstellen zu wenden“, sagte Jagau.