Dem Summen und Krabbeln auf der Spur

Mikroskope, Kescher und Lupen halfen den Anbu-Aktiven bei der Zählung der Insekten im Sehnder Blüstreifen. (Foto: Angelika Thomaier)

NABU-Sehnde ist aktiv im Insektensommer

SEHNDE (r/gg). Der zweite Teil der bundesweiten Nabu-Aktion „Insektensommer“ ist angelaufen. Mitglieder der neuen NABU-Ortsgruppe sind in der Feldflur nördlich von Sehnde zusammengekommen, um Daten für diese wichtige Citizen-Science Aktion zu sammeln und ihre Artenkenntnisse zu erweitern. Ziel der Aktiven war zusätzlich, auch zu schauen, wie die Maßnahme „Blühendes Sehnde“ der Stadt Sehnde verläuft.
Mithilfe von Stereomikroskopen, Kescher, Lupen und Smartphone-Apps wurde daher ein Blühstreifen der Stadt an der kommunalen Entlastungsstraße untersucht. Kinder und Erwachsene kescherten und fotografierten im hochgewachsenen Blühstreifen und erlebten so die Welt der Insekten einmal hautnah und lebendig direkt in der Natur. Durch die vom Nabu gestellten Stereomikroskope mit bis zu 100facher Vergrößerung wurde die Faszination der Insekten ganz nah begreifbar, und besonders die Kinder konnten sich für diese lebenswichtige Tiergruppe noch mehr begeistern.
Die Gruppe nutzte auch die Nabu-Insektenwelt-App, um Tiere zu fotografieren, dann auch gleich zu bestimmen und an die Aktion „Insektensommer“ zu melden.
Bestätigt wurde die Wirksamkeit der städtischen Blühflächen-Maßnahme. Hummeln verschiedener Arten, Wanzen, Grashüpfer, Zikaden, Kleinschmetterlinge und Fliegen wurden gefunden. Besonders war der Fund zweier riesiger Wespenspinnen, die gerade Beute in ihren Netzen machten. Spinnen sind zwar bekanntermaßen keine Insekten, aber auch wichtige Mitglieder des Ökosystems Wiese.
Die Artenvielfalt und Individuendichte war größer, als sogar in den umliegenden noch vorhandenen Wegerandstreifen. Ein Wermutstropfen mischte sich aber unter die Freude über das vielfältige Summen und Krabbeln in der Blühfläche. Die große Nähe zur Entlastungsstraße birgt die Gefahr, dass die nun hier lebenden oder nur nahrungssuchenden Insekten an unseren Autoscheiben enden. Daher rät der Nabu-Sehnde, die zukünftigen Blühflächen nicht an großen Verkehrswegen anzulegen, um keine ökologischen Fallen zu produzieren. Diese könnten langfristig die Insektenvorkommen sogar schwächen.
Der Nabu-Sehnde wird diese erfolgreiche und interessante Aktion bestimmt im nächsten „Insektensommer“ wiederholen. Dann auch für alle Naturinteressierten anbieten und so die Insektenwelt ganz nah und begreifbar für Alle zu machen - so der Bericht von Angelika Thomaier, Nabu-Sprecherin in Sehnde.