"Das war schon immer so"

Kontroverse nach Ratsbeschluss Sehnde-Ost

Sehnde (gg). Zum Thema „Neue Logistik-Hallen auf der Acker-Fläche Sehnde-Ost“ sagte Bürgermeister Olaf Kruse im Pressegespräch in der vorigen Woche: „Das sind demokratische Prozesse. Wenn die abgeschlossen sind, sollten alle das Ergebnis respektieren. Alles andere ist nur ein Nachtreten.“ Zuvor hatten es ein politisches Votum des Ortsrats gegeben, das letztlich entscheidende Votum der Ratsmitglieder stand allerdings noch aus. Der hiesige Nabu-Ortsverein und ein bürgerschaftliches Petitionsteam hatten sich gegen die Bestrebung der Stadtverwaltung zur Änderung des Bebauungsplans positioniert, der Marktspiegel berichtete, wobei der Nabu die rechtliche Grundlage in Frage stellte und das Petitionsteam mit mehr als 1.500 Unterstützern den Bürgerwillen dokumentierte. Inzwischen ist das politische Mehrheits-Votum der Ratsmitglieder aus der SPD, der CDU und der FDP gefallen. Sie stimmten für die Änderung des Bebauungsplans, bezogen sich auf frühere Verfahrensschritte. Ein Protestbrief des Petitionsteams folgte. Demnach habe die Argumentation der Ratsmitglieder, beginnend mit dem Satz „Das war schon immer so ...“, besonders verärgert. Die Meinung des Petitionsteams: „Auch die Begründung, man habe im Rahmen der Gewerbeflächenentwicklung schon immer mit der HRG (Hannoversche Entwicklungsgesellschaft) zusammengearbeitet, macht die Sache im Kern nicht besser. Es ist nicht entscheidend, wie lange man nach einem gewissen Grundsatz handelt. Viel wichtiger ist es doch, die Sinnhaftigkeits eines Handelns mit jedem Bauvorhaben erneut zu evaluieren.“