"Das erste Fahrzeug seiner Art in Sehnde"

Stadtbrandmeister Jochen Köpfer (Mitte) übergibt den Fahrzeugschlüssel an Ortsbrandmeister Matthias Söchtig, Bürgermeister Olaf Kruse (links) hatte diesen zuvor an den Stadtbrandmeister übergeben. (Foto: Stadtfeuerwehr Sehnde)
 
Die technische Entwicklung der Einsatzfahrzeuge hat die Ortsfeuerwehr sichtbar gemacht. (Foto: Stadtfeuerwehr Sehnde)

Ausstattung für den Feuerwehr-Einsatz in Evern

Evern (r/gg). Ehrungen und Beförderungen langjähriger und verdienter Mitglieder standen bei der Ortsfeuerwehr, noch vor der angekündigten Übergabe eines neuen Einsatzfahrzeugs, im Mittelpunkt der Jahresversammlung, die auf dem Dorfplatz unter freiem Himmel realisiert wurde. 
Zu dreizehn Einsätzen rückte die Ortsfeuerwehr Evern im vergangenen Jahr aus, berichtete
Ortsbrandmeister Matthias Söchtig in seinem Rückblick. Es erfolgten noch einige normale Dienste in 2020 und dann ging für eine lange Zeit fast nichts mehr.
Für 40-jährige Mitgliedschaft in der Feuerwehr wurden  Arno Brix, Detlef Eigner und Heinrich Söchtig mit dem Ehrenzeichen des Landesfeuerwehrverbandes Niedersachsen durch Stadtbrandmeister Jochen Köpfer geehrt. Die Beförderung zum Hauptfeuerwehrmann wurde für Andreas Frie ausgesprochen und als Hauptfeuerwehrfrau versieht Christina Liecke jetzt ihren Dienst. Wenig getan hat sich in der Aus- und Fortbildung. Der Mitgliederstand beläuft sich auf 32 aktive Mitglieder. Die Altersabteilung hat acht Mitglieder. Jana Windmann konnte als Neuzugang in die Ortsfeuerwehr Evern gewonnen werden.
Die Wahlen eines neuen stellvertretenden Ortsbrandmeisters standen ebenfalls auf dem Programm. Dabei wurden Friedrich Wilke-Rampenthal zum stellvertretenden Ortsbrandmeister für sechs Jahre gewählt. Carsten Böttger wollte nach einer Amtsperiode nicht erneut für das Amt antreten. Dank für die geleistete Arbeit, auch unter erschwerten Pandemiebedingungen, sprach Olaf Kruse als Bürgermeister der Stadt Sehnde den Aktiven aus, er berichtete über die Beschaffungen in der Stadt Sehnde. Stadtbrandmeister Jochen Köpfer berichtete über das Einsatz-Geschehen und die gerade noch so abgehaltene Truppmannausbildung, bevor keine Ausbildung mehr möglich war. Ein extra Dank ging an die Musik, „dass Ihr so lange durchgehalten und immer noch Freude an der Musik habt“ sagte Stadtbrandmeister Köpfer.
Im Anschluss wurde das neue Tragspritzenfahrzeug-Logistik an die Ortsfeuerwehr Evern
übergeben. Es ist das erste dieser Art in Sehnde. Das bisherige Einsatzfahrzeug der Feuerwehr Evern ein Tragkraftspritzenfahrzeug (TSF) aus dem Jahre 1990, hatte zwar in den vergangenen Jahren gute Dienste geleistet, jedoch gestaltete sich die Fahrzeugunterhaltung langsam schwieriger. In seinem Résumé ging Ortsbrandmeister Heinrich Söchtig auf einige Erlebnisse mit dem Fahrzeug ein. Bei einem Reifenplatzer auf der Autobahn wurde der Tank beschädigt, und nach einem Auffahrunfall zu den Wettbewerben hatte das Fahrzeug einige Blessuren bekommen. Beim Starten in der Fahrzeughalle, machte das Fahrzeug einen Satz und das Hallentor wurde beschädigt. Dagegen war der vergessene Tankdeckel an einer Tankstelle eine Bagatelle. Durch einen beherzten Sprung ins Fahrzeug konnte es im letzten Augenblick gesichert werden, bevor es in den Straßengraben gerollt wäre. Gott sei Dank, so der Ortsbrandmeister, sei niemand bei den Situationen verletzt worden. „Wir wissen, dass der Brandschutz in unserem Bereich sehr wichtig ist und so ist die getätigte Investition von 191.300 Euro für das neue Fahrzeug gerechtfertigt!“ sagte Bürgermeister Olaf Kruse. Er unterstrich, dass die Beschaffung des TSF-L, welches das erste Fahrzeug dieser Art bei der Freiwilligen Feuerwehr Sehnde ist, solche  Fahrzeuge eigentlich nur im Bundesland Bayern beschafft werden. Es ist ein Schritt in die Zukunft. Das neue Fahrzeug, ein Tragspritzenfahrzeug-Logistik, kurz TSF.L genannt, ist von der Firma Freytag auf einem MAN TGL 8.220 Fahrgestell aufgebaut. Das Fahrzeug besitzt am Kofferaufbau einen geteilte Ladebordwand. Es können verschiedene Rollcontainer im Heckaufbau transportiert werden. Auf den Rollcontainern ist eine Tragkraftspritze mit entsprechendem Material zur Wasserentnahme, ein Stromerzeuger und weitere technische Gerätschaften und über 600 Meter B-Schlauchmaterial verlastet, welches für den schnellen Aufbau einer Wasserförderleitung genutzt werden kann. Zur Ausleuchtung der Einsatzstelle ist ein pneumatisch steuerbarer Lichtmast montiert. Mit dem Fahrzeug können verschiedene Beladungsergänzungen sowie Transport- und Logistikfahrten ermöglicht werden - so der Bericht von Feuerwehr-Sprecher Tim Herrmann.