CDU: Bürgermeisterkandidat der SPD Sehnde ist beschädigt

Arbeitet weiter an der Zukunft Sehndes mit: Der (ohne die Stimmen der SPD) wiedergewählte 2. stellvertretende Verwaltungschef Dr. Marco Trips. (Foto: Archiv/Walter Klinger)

Christdemokraten kritisieren Wortbruch bei Dezernentenwahl

SEHNDE (r/kl). Entgegen einer früheren Absprache, wie die CDU Sehnde harsch kritisiert, hat die SPD-Fraktion bei der Wiederwahl des Zweiten Stadtrats (des 2. stellvertretenden Verwaltungschefs) Dr. Marco Trips geschlossen mit Nein votiert. Die CDU Sehnde bezeichnet dies als eklatanten Wortbruch und sieht die Glaubwürdigkeit des SPD-Bürgermeisterkandidaten beschädigt. Dr. Trips wurde dennoch mit 18 Ja-Stimmen der CDU/FDP-Gruppe für eine zweite Amtszeit wieder gewählt.
„Bei der Wiederwahl des Ersten Stadtrates Rolf Steinhoff im Jahr 2008 hatten sich die beiden Fraktionsvorsitzenden darauf verständigt, dass beide Wahlbeamte von den beiden großen Fraktionen getragen und gewählt werden sollen.
Der SPD-Fraktionsvorsitzende Wolfgang Toboldt hat dies gegenüber der CDU-Fraktionsspitze zugesichert. Die CDU-Fraktion hatte daraufhin auch die Wiederwahl des Ersten Stadtrates mitgetragen,“ berichtet der CDU-Fraktionsvorsitzende Dr. Jens Lüders.
Für die SPD-Fraktion hat der stellvertretende Fraktionsvorsitzende Olaf Kruse in der jüngsten Ratssitzung erklärt, dass eine Absprache zwischen seinem Fraktionsvorsitzenden und dem CDU-Fraktionsvorsitzenden Manfred Wilk keine Relevanz hat und seine Fraktion sich daher nicht daran gebunden fühlt.
„Für uns stellt sich die Frage, welches Gewicht das Wort des SPD-Fraktionsvorsitzenden noch hat. Offenbar hat Herr Toboldt nicht die Rückendeckung seiner Fraktion. Anders können wir uns diesen Wortbruch nicht erklären“ so der CDU-Fraktionsvorsitzende Manfred Wilk.
Auch der Vorwurf, die Wiederwahl von Marco Trips noch vor der anstehenden Kommunalwahl sei unnötig, ist in den Augen der CDU fadenscheinig. „Zumindest hat es die SPD im Jahr 2001 noch für absolut notwendig befunden, wenige Monate vor der Kommunalwahl ihren Kandidaten als Ersten Stadtrat durchzudrücken. Ganz offensichtlich wird hier mit zweierlei Maß gemessen.“ erklärt der CDU-Stadtverbandsvorsitzende Jens Lüders.