Bürger befürchten Luftverschmutzung

Erik Jantzen, Holcim Werksleiter in Höver, versicherte die Einhaltung der Umweltschutzauflagen in der Höverschen Zementproduktion beim Neujahrsempfang des Ahltener Ortsrates. (Foto: Gabriele Gosewisch)

Holcim-Werksleiter verspricht sichere Handhabung

HÖVER (gg). „Die Frist läuft noch bis Freitag“, kündigt Siegmar Grünewald zum Einspruch gegen die Verwendung des neuen Brennstoffs Renotherm im Zementwerk Holcim an. Derzeit prüfe das Gewerbeaufsichtsamt in Hannover, ob die Genehmigung zur Renotherm-Verwendung erteilt wird, und wenn es nach Siegmar Grünewald geht, muss diese unbedingt verhindert werden. Als Anlieger fürchtet er um die Luftbelastung mit Schadstoffen aus der Verbrennung. Zweitausend Grad Hitze müssen entstehen, um Zement produzieren zu können. Die Firma Holcim sieht den Renotherm-Einsatz als Innovation, will das künstliche, in anderen Verfahren erzeugte Renotherm verwenden, um fossile Brennstoffe zu ersetzen – im Sinn der Nachhaltigkeit. Ausdrücklich verweist das Firmen-Infoportal auf Tranparenz: „Lieferant des speziell aufbereiteten Ersatzbrennstoffes Renotherm wird die Firma Remondis sein, die in Bramsche eine genehmigte Abfallbehandlungsanlage betreibt. In dieser Anlage werden verschiedene Abfälle, wie Farb- und Lackschlämme aus der Automobilindustrie, in einem speziell auf die spätere Verwertung in der Drehofenanlage des Werkes Höver angepassten Verfahren mit Sägespänen vermischt. Ziel des Verfahrens ist, einen gleichmäßigen, homogen Ersatzbrennstoffstrom zu gewährleisten.“ Das Schwesterwerk Lägerdorf in Schleswig-Holstein habe mit dem Einsatz von Renotherm bereits seit fast 20 Jahren gute Erfahrungen. Stets würden Umweltschutzauflagen eingehalten.
„Ich bin sicher, dass wir den Renotherm-Einsatz sicher handhaben können. Die Luft wird sich nicht verschlechtern“, betonte Holcim-Werksleiter Erik Jantzen, der beim Neujahrsempfang des Ahltener Ortsrates die Gelegenheit zur öffentlichen Stellungnahme ergriff.
Hövers Ortsbürgermeister Christoph Schemschat begrüßt die Bürgerinitiative, erinnert jedoch an das grundsätzliche Müllproblem. Er sagt: „Wir alle produzieren Müll, keiner will ihn haben, keiner will ihn verwerten. Also wohin damit? Ich habe den Eindruck gewinnen können, dass die Anlage, die zur Einhaltung der gesamten Prozesssicherheit beim Holcim extra geplant und neu gebaut werden soll, nur eine kurze Verweildauer von Renotherm vor Ort vorsieht. Der Grund, warum der Stoff in Höver verbrannt werden kann und soll, ist die Hohe Hitzeentwicklung im Ofen. Organische Destillationsrückstände werden dabei gleich mit verbrannt. Natürlich ist mir auch bewusst, dass immer noch etwas aus dem Schornstein des Werkes herauskommt. Hier muss sicher gestellt sein, dass moderne und sichere Filteranlagen ihre Aufgaben erfüllen. Ich möchte das Thema keinesfalls verharmlosen.“
Gegen den Renotherm-Einsatz hat sich eine Gruppe zusammengeschlossen, die für jeden nutzbar eine Vorlage für einen Einspruch ausgearbeitet hat. Sprecher dieser Gruppe ist Siegmar Grünewald, per E-Mail zu erreichen unter Siegmar.Gruenewald@gmx.net. Mit einer E-Mail an das Gewerbeaufsichtsamt spätestens bis zum 25. Januar kann Einspruch eingelegt werden. Die E-Mailadresse lautet: poststelle@gaa-h.niedersachsen.de, so der Hinweis von Siegmar Grünewald.