"Broyhan Biergeschichte"

Ausstellungseröffnung zur Geschichte der Bierbrauer auf dem Gutshof. (Foto: Regional-Museum-Sehnde)

Ausstellung im Regional-Museum-Sehnde

RETHMAR (r/gg). Im Regional-Museum-Sehnde auf dem Gutshof Rethmar ist die erste Sonderausstellung "Broyhan Biergeschichte im Raum Hannover", eröffnet worden. Ausstellungsleiter Bernd Reitemeyer hat innerhalb eines Jahres
viele Exponate zusammengetragen und bereits im Januar mit dem Aufbau begonnen.
Erhard Niemann, Vorsitzender des Vereins Regional-Museum, begrüßte 120 Besucher zur Eröffnung, darunter die Bundestagsabgeordnete Maria Flachsbarth, Ortsbürgermeister Sehnde Ost Konrad Haarstrich, Sehndes stellvertretender Bürgermeister Ralf Marotzke,
Rethmars Ortsbürgermeister Matthias Jäntsch, der frühere Landwirtschaftsminister Gert Lindemann, Hans-Jürgen Grethe vom Civitan-Club und Achim Ulrich von der Bibelgemeinde.
Ausstellungsleiter Bernd Reitemeier, der in Lehrte wohnt, eigentlich aus Dolgen stammt, hatte vor drei Jahren seine erste Ausstellung konzipiert. Damals ging es um alte verschwundene Saaten, jetzt sind es Biersorten die durch die Industrialisierung aufgegeben wurden.
Beiderseits ist die Vielfalt abhanden gekommen. Bernd Reitemeyer dankte allen drei Leihgebern, Michael Strecker aus Wennigsen, Lorenz Kurz aus Anderten und Klaus Reimers aus Vöhrum für ihre Unterstützung. Das „Broyhan“ wurde 1526 erfunden und ist als Erbe noch in der Gilde Brauerei lebendig. Er berichtete auch über die lokale Brauerei Heinrich Scheele aus Anderten, die in den 50er Jahren keinen Nachfolger fand und daraufhin schloss. Auch der Gründer der Härke Brauerei in Peine war bei Scheele vorher beschäftigt.
Der Broyhan wurde nach einigen Neuerungen und Änderungen zu Bier, dem Hellem, das die damaligen Großbetriebe mit der Einführung des Deutschen Reinheitsgebotes als Einzigartig im Brauwesen anpriesen. Daraufhin verschwand das Broyhan vom Markt, so der Brauereichef des Bieres „Das Freie“, Christoph Digwa. Neben den vielen wiederentwickelten Craft-Bieren, hat sich seine Gutshofbrauerei der Wiedereinführung dieses „Broyhans“ verschrieben. Das sei die einzige Biersorte, die es noch nicht wieder auf dem Markt gibt.
„Dazu haben wir einige Zeit nach Rezepturen geforscht und Bekanntes ausgewertet. Herausgekommen ist ein Bier, etwas dunkler als Pils, etwas säuerlich im Geschmack, mit Veilchenwurzeln hergestellt und im Holzfass bis zur Reife gebraut“, so Christoph Digwa.
"Jeder, der sich für die Geschichte des Bieres in Niedersachsen und im Großen Freien interessiert, oder wer die ehemaligen hannoverschen Brauereien noch einmal anschauen möchte – sollte sich diese Ausstellung in den nächsten Wochen nicht entgehen lassen.
Viele Erinnerungen werden dann bei vielen Hannoveranern wiederkommen", so die Empfehlumg von Erhard Niemann, Vorsitzender im Verein Regional-Museum-Sehnde.
Die Ausstellung ist bis zum 28. Juni zu sehen. Das Regional-Museum-Sehnde auf dem Gutshof Rethmar ist an allen Sonn- und Feiertagen von 14.30 bis 17.30 Uhr sowie nach telefonischer Vereinbarung unter der Rufnummer 05138 98 51 geöffnet.