Bodenschutz im Blick

Anne Wiegels (von links), Angelika Thomaier und Wilfried Brauns an der Streuobst-Wiese Gregtenberger Straße. (Foto: Nabu Sehnde)

Nabu-Ortsverein fordert Stopp der Zubetonierung

Sehnde (r/gg). Mit einem Appell zum Thema Bodenschutz richtet sich der Nabu-Ortsverein an die Stadtverwaltung und die politischen Gremien. "Das Ausweisen von Bauflächen am Stadtrand, wie aktuell beispielsweise für die Gewerbegebiete Sehnde-Ost und im Schnedebruch für Kali-und-Salz oder das Baugebiet Rethmar-West, sollte unbedingt vermieden werden", so die Mitteilung von Angelika Thomaier, Nabu-Sprecherin im Ortsverein. Besonders fruchtbare Böden würden verloren gehen, die natürliche Wasser- und CO2-Speicher sind, zum Schutz vor Hochwasser beitragen und die Grundwasserneubildung regulieren. Angelika Thomaier erklärt weiter: "Im Sommer sind sie Garant für die kühlende Wirkung von Grünflächen. Sie speichern die Nährstoffe, die es für den Anbau gesunder Lebensmittel braucht. Zudem sind sie selbst bedeutende Lebensräume mit einer riesigen Artenvielfalt.
Aus Sicht des Naturschutzes und zum Erhalt des Bodens für zukünftige Generationen sollten daher keine weiteren Flächen mehr versiegelt, bebaut, asphaltiert oder zubetoniert werden. Täglich werde bundesweit jedoch eine Fläche von mehr als 60 Hektar für Siedlungs- und Verkehrsflächen verbraucht.
Aus Nabu-Sicht sollen Potenziale für Wohnraum und Gewerbe in den Sehnder Ortsteilen genutzt werden, die vorhanden sind: Unbebaute, aber bereits erschlossene Grundstücke bebauen, Häuser aufstocken, Gebäude sanieren und umnutzen, eine Mitwohnbörse gründen.
Die Vorgaben der Bundesregierung sind klar: Bis zum Jahr 2030 soll sich der Flächenverbrauch bundesweit auf unter 30 Hektar pro Tag verringern, bis 2050 gibt es sogar das Flächenverbrauchsziel Netto-Null. Angelika Thomaier erklärt: "Nur leider sieht die Realität vollkommen anders aus. Die Kommunen konkurrieren um Gewerbeansiedlungen und steigende Einwohnerzahlen, wodurch intelligente Lösungen und nachhaltige Ansätze zunichte gemacht werden."