Bodenschätze in Sehnde erklärt

Präsentation der Broschüre Zeitreise im Sehnder Rathaus (hintere Reihe, von links): Bürgermeister Olaf Kruse, Peter Jungclaus, Hans-Gustav Gorray, Claas Lietz, Dieter Knauth, Manfred Rosengarten und Ehrenamtskoordinatorin Anja Hettling; Wolfgang Struß (vordere Reihe von links), Otto Lesemann, Dieter Vollbrecht und Jürgen Wattenberg. (Foto: Gabriele Gosewisch)

Zeitreise-Broschüre liegt im Rathaus aus

SEHNDE (gg). Wissenswertes aus dem Stadtarchiv ist in der neuen Broschüre „Die Zeitreise, Ausgabe 12“ kurzweilig zu lesen. Zum Thema „Mergel, Salz und weitere Bodenschätze in Sehnde“ hat die um Stadtarchivar Hans-Gustav Gorray ehrenamtlich tätige Zeitreise-Autorengruppe sowohl die Entstehung, als auch den Abbau und die Folgen für Sehnde beschrieben und damit das Ausmaß der Veränderung im Landschaftsbild verdeutlicht. Neben Auffälligem, wie die Halde des Kaliwerks Friedrichshall, und der etwas abseits liegenden Mergelgrube werden in der Broschüre relativ unbekannte ehemalige Förderstätten aufgezeigt, darunter die für Erdöl, Teer, Steinkohle, Eisenstein und Eisenerz sowie Torf. „Ich meinte, viel über Sehnde zu wissen, aber das hier hat mich erstaunt“, sagt Bürgermeister Olaf Kruse bei der Präsentation der Broschüre im Rathaus.
Neben Zitaten aus verschiedenen Chroniken und Amtsblättern enthält die Broschüre Beschreibungen zur Einordnung. „Wir haben unser eigenes Wissen natürlich mit eingebracht“, erklärt der frühere Sehnder Stadtdirektor Dietrich Vollbrecht. Er ist Mitglied der Autorengruppe, zu der auch Peter Jungclaus, Dieter Knauth, Otto Lesemann, Claas Lietz, Manfred Rosengarten, Wolfgang Struß und der frühere Stadtarchivar Jürgen Wattenberg gehören. In enger Absprache sei diese Zeitreise-Ausgabe gelaufen. Bei der Recherche vorab habe man sich die Arbeit geteilt. Mühsam sei die Durchsicht des Archivmaterials durchaus gewesen, so der Tenor, jedoch habe der Blick auf das Ergebnis motiviert. Schließlich bilde die Broschüre, die im Rathaus ausliegt und kostenlos erhältich ist, gelebte Geschichte in Sehnde ab.
Ein Wehmutstropfen bleibt. „Wir werden die Rekultivierung, die Flutung der Mergelgrube im Jahr 2043, nicht mehr erleben“, so der Hinweis aus der Autorengruppe. Die Flutung wird schätzungsweise 70 Jahre dauern, im Jahr 2130 soll der See, der die dreifache Größe des Maschsees haben wird, den Anwohnern als Freizeit- und Erholungsbereich dienen.