Bei Einweihung der neuen Schleuse Bolzum kämpft Lehrke für den Brückenerhalt

Freigabe per Knopfdruck (von links): Manfred Wendt, Bernd schmidt, Enak Ferlemann, Ingelore Hering sowie (von rechts) Kurt Machens und Carl Jürgen Lehrke. (Foto: Horst-Dieter Brand)
Sehnde: Schleuse Bolzum |

Ein Beitrag von Horst-Dieter Brand - Der Zeitpunkt für den Ausbau des Stichkanals nach Hildesheim ist noch ungewiss

SEHNDE/BOLZUM (hdb). Die MS Elbia ist das erste Schiff gewesen, das die neue Schleuse in Bolzum passiert hat. Bei der offiziellen Freigabe sprach Staatssekretär Enak Ferlemann aus Berlin von einer “ökologisch vorteilhaften und wirtschaftlich sinnvollen“ Investition in die Wasserstraße. Sehndes Bürgermeister Carl Jürgen Lehrke kämpfte seinerseits für den Erhalt der Brücke 382 über den Stichkanal.
Aus lokaler Sicht betonte der Bürgermeister in seinem Grußwort anlässlich der Einweihung des 82 Millionen teuren Projektes die Bedeutung der bisher einzigen Querung des Stichkanals für die Naherholung und die Wegebeziehung zwischen der Kernstadt und den südlich des Kanals liegenden Ortsteilen.
Deshalb käme nur ein Er halt oder die Sanierung der Brücke in Betracht. Sonst seien für die Bevölkerung weite Umwege zu befürchten. Wie die „Lebensqualität der Menschen in Euro und Cent in einer Wirtschaftlichkeitsbetrachtung berechnet werden kann, ist für mich fraglich“, mahnte Lehrke ein Umdenken an.
Zu dieser offenen – und planerisch umstrittenen - Thematik ließ sich der Staatssekretär im Berliner Verkehrsministerium aber auf keine Festlegung ein. Ferlemann sprach vielmehr davon, dass der Bund mit dem Ausbau der West-Ost- Hauptmagistrale in der Region noch viel vorhabe – zum Beispiel den Ausbau des Stichkanals nach Hildesheim für die Großmotorschiffe bis zu 135 Metern Länge - und dass „Brücken abgerissen und neue gebaut“ werden müssten.
Für das niedersächsische Verkehrsministerium betonte Ministerialdirigent Bernd Schmidt die Bedeutung des Mittellandkanals und der Regionen um ihn herum als das „wirtschaftliche Rückgrat“ Niedersachsens. Als weitere Gäste konnte Ingelore Hering als Präsidentin der Wasser- und Schifffahrtsdirektion Mitte auch Hildesheims Oberbürgermeister Kurt Machens („Der Stichkanal ist der Schlüssel für die weitere wirtschaftliche Entwicklung“) sowie Wolfgang Duffner vom Bundesverband der Deutschen Binnenschifffahrt und Manfred Wendt als Vertreter des Baufirma bunte begrüßen.
Mit dem symbolischen Druck auf einen roten Knopf wurde nach dem knapp eineinhalbstündigen Festakt die Schleuse mit einem Sirenenton freigegeben.
Die neue Bolzumer Schleuse mit ihrer Nutzlänge von 139 Metern (bisher 85 Meter) und einer Kammerbreite von 12,50 Metern (bisher 12 Meter) hat in viereinhalbjähriger Bauzeit rund 82 Millionen Euro gekostet.
Die Schleuse überbrückt einen Höhenunterschied von acht Metern zwischen dem Mittellandkanal und dem 14 Kilometer langen Stichkanal. Ihr Betrieb wird künftig durch die Fernebedienzentrale in Hannover-Anderten erfolgen. Die alte Schleuse wird als Baudenkmal erhalten bleiben.