Barocke Kleinode gespielt

Till Hieronymus spielte in der Barockkirche Ilten. (Foto: Kirchengemeinde Ilten)

Oboe und Orgel erklangen in der Barockkirche

ILTEN (r/gg). Ergänzend zum „Orgelentdeckertag“ gab es in der Barockkirche ein weiteres, seltener gespieltes Instrument zu entdecken: Die Oboe. Sie wurde im 18. Jahrhundert noch vielfach als „hautbois“ (französisch „lautes Holz“) bezeichnet. Ob sie sich auch mit einer klang-vollen Orgel messen kann? Der Oboist Till Hieronymus und die Organistin Iveta Weide wollen das anhand von Musik aus der Feder von Barockkomponisten kammermusikalisch ausprobieren.
„Zur Musik einer bestimmten Epoche gehört immer auch der Raum, in der sie erklingt. Darum ist die originale Konstruktion der Barockkirche in Ilten mit der gewölbten Decke aus Holz ein Glücksfall für die Darbietung von Musik aus dem 17. und 18. Jahrhundert“ erklärt Till Hieronymus. Das gilt natürlich insbesondere für die denkmalgeschützte Vater-Orgel von 1728, auf der Iveta Weide Werke von Johann Sebastian Bach, Pablo Bruna (1611 – 1679) und Juan Cabanilles (1644 - 1712) intoniert. Im Wechsel dazu begleitet die Organistin Kompositionen mit Oboe von Bach-Zeitgenossen: Alessandro Marcello (1673 – 1747), venezianischer Jurist, Dichter, Philosoph und Komponist ist heute vor allem durch sein Oboenkonzert in d-Moll weltberühmt. Aus ihm wurde der zweite Satz vorgetragen. Georg Philipp Telemann war in den seinerzeit bedeutenden Städten in leitenden Positionen tätig. Er integrierte verschiedene europäische Stilrichtungen in seinen melodischen und originellen Personalstil. Beispielhaft hierfür ist seine „Kleine Kammermusik“. Eine Reihe der damals modischen Gattungen wie Oper, Concerto und Tänze wurden in kleinen Formen parodiert. Aus der „Kleinen Kammermusik“ erklangen zwei Partiten.