Alte Borsum-Scheune Sehnde wird zu neuem Gemeindesaal umgebaut

Architekt Klaus Haase (links) erläutert den Pastoren und den Mitgliedern des Kirchenvorstandes den aktuellen Stand des Scheunenumbaus. (Foto: Horst-Dieter Brand)
Sehnde: Borsumscheune |

Ein Beitrag von Horst-Dieter Brand - Kirchengemeinde "Zum Heiligen Kreuz" investiert fast 440.000 Euro

SEHNDE (hdb). Auf dem Außengelände an der Mittelstraße weisen nur zwei Schuttcontainer und ein Bauzaun auf ein teures Sanierungprojekt hin. In der Borsum-Scheune allerdings kann man schon die beeindruckenden Umrisse des neuen Gemeindesaales für die Sehnder Kirchengemeinde "Zum Heiligen Kreuz" erkennen.
Irgendwie, hatte Pastor Uwe Büttner beobachtet, sei der Baufortschritt nach außen hin so wenig sichtbar, dass die Kirchgänger sich schon wunderten, warum der Um- und Ausbau des Gemeindezerntrums gegenüber dem Gotteshaus offensichtlich keine Fortschritte macht. Doch der Augenschein täuscht, wie Büttner und seine Kollegin Dagmar Frehrking deshalb jetzt bei einem Pressetermin unter Beweis stellten.
Seit dem Verkauf des Bonhoefferhauses am Papenholz an die Kommune stand die Kirchengemeinde ohne großen Versammlungssaal da. Da auch die drei Jugendräume in der seit 1996 genutzten, etwa 200 Jahre alten Scheune nicht sinnvoll zu nutzen waren, entstanden „in einer langen, schweren Entscheidung“ – wie Kirchenvorstandsmitglied Heidrun Golenia den Meinungsbildungsprozess schilderte – die Pläne. „Das Gemeindehaus und die Scheune werden völlig durchrenoviert“, fasst Pastor Büttner den Kraftakt zusammen.
Der Baustart mit dem Umbau der Scheune - der Kirchengemeinde vermacht von Elise Borsum - erfolgte Anfang Oktober vergangenen Jahres. Inzwischen erkennt man bereits die künftige Architektur, die mit einer Stahlkonstruktion und Holzbalken den Scheunencharakter weitgehend bewahrt. Verantwortlich dafür zeichnet Architekt Klaus Haase aus Peine. Er verspricht zwei prägende Giebelfronten, Holzfußboden – früher wurde in der Scheune noch auf Lehmboden getanzt –und braun-beige Farbtöne beim Wandanstrich.
Wenn der 140 Quadratmeter große Saal, dem sich noch ein 52 Quadratmeter großer Gruppenraum anschließt, im Frühjahr fertig ist, wird der Mittelbau mit dem neuen Haupteingang und einem Foyer sowie der Durchgang vom Foyer in den neuen Saal umgestaltet. Im Obergeschoss werden neue Jugendräume untergebracht. Das Vorderhaus, in dem früher einmal die Gemeindeveraltung untergebracht war, wird komplett abgetrennt und steht für die Gemeindearbeit künftig nicht mehr zur Verfügung.
Die Fertigstellung wird bis nach den Sommerferien dauern, sagten Büttner und Architekt Haase übereinstimmend. So bleibt noch genügend Zeit für eine Spendensammlung. Denn bei der Baufinanzierung, an dessen Kosten von knapp 440 000 Euro sich die Gemeinde mit einer Rücklage, den Einnahmen aus dem Verkauf des Bonhoefferhauses und der Kirchenkreis mit stattlichen 220.000 Euro beteiligen, klafft noch eine Lücke von 53.000 Euro.